Ich bin der Meinung, dass...

… die Debatte um die Rechte von Geimpften und Ungeimpften langsam nervt. Seit Wochen wird sie geführt und wieder und wieder werden dieselben Argumente und Statements in die ermüdende Diskussion eingebracht. Auch bei den Bund-Länder-Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Woche steht das Thema ganz oben auf der Tagesordnung und wird vermutlich kontrovers diskutiert werden. Für mich ist die Sache sonnenklar. Es geht nicht darum, Ungeimpfte abzustrafen und solange unter Druck zu setzen, bis sie den Arm zum Picks "freiwillig" hinhalten. Es geht darum, Geimpften ihre Grundrechte und ihr normales Leben zurückzugeben. Dass Ungeimpfte künftig nur mit einem negativem PCR-Test Geimpften und Genesenen gleichgestellt werden, ist selbstverständlich. Die Gratistests sollten bald ein Ende haben. Es sei denn, jemand kann aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Wer das staatlich finanzierte Impfangebot, das ihm gemacht wird, nicht annimmt, muss die Konsequenzen selbst tragen. Keiner kann erwarten, dass ihm die Allgemeinheit die Tests weiter bezahlt.
Bei den Bund-Länder-Beratungen wird es wohl auch darum gehen, nach welchem neuen Regelwerk die ausgelaufene Bundesnotbremse wieder eingeführt wird. Der neue Bewertungsrahmen sollte über die Inzidenz hinausgehen. Bislang war allein die Sieben-Tage-Inzidenz Grundlage für die Corona-Maßnehmen. Fest steht bereits, dass zum Beispiel Krankenhauseinweisungen und die Belegung der Intensivstation stärker berücksichtigt werden. Da sind sich fast alle Parteien einig. Auch der Schwellenwert von 100, ab dem im Frühjahr die bundesweite Bundesnotbremse griff, die unter anderem eine Homeoffice-Pflicht beinhaltete, steht in Frage. Unklar ist auch wie die kontinuierlich steigende Inzidenz einzuordnen ist. Gestern lag sie bei 23,1 - am Vortag hatte der Wert 22,6 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,8. Führende Virologen warnen davor, mit Panik auf die steigenden Zahlen zu reagieren. Der Blick ins Ausland macht Hoffnung, dass man durch Impfungen vieles erreichen kann. Am Beispiel Großbritannien sieht man, dass nicht alles aus dem Ruder läuft, wenn die Maßnahmen aufgehoben werden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die britische Regierung hatte am 19. Juli, am "Freedom Day", fast alle Einschränkungen zurückgenommen und stattdessen an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert - trotz stark steigender Fallzahlen. Wilfried Hub