Ich bin der Meinung, dass...

… das in den Oktober und auf das Parktheatergelände verlegte 61. Plauener Spitzenfest unter Bedingungen vielleicht doch hätte stattfinden können. Am Montag wurde das größte Volksfest der Region wegen Corona abgesagt, weil nur maximal 1000 Gäste erlaubt gewesen wären. Kontaktverfolgung wäre nicht möglich gewesen und das Einhalten der Hygieneregeln hätte man nicht gewährleisten können, so die Begründung des Spitzenfestvereins, dem die Entscheidung sehr schwer gefallen ist. Mit dem genehmigten Rummel an der Festhalle kann man das Spitzenfest nicht vergleichen, da zum Jahrmarkt weniger Menschen strömen. Mit anderen Veranstaltungen mit mehr Besuchern aber schon. Bei Fußballspielen sitzen Zehntausende zwar nicht dicht an dicht, aber an den Ein- und Ausgängen können keine Abstände eingehalten werden. Auch im Vogtland finden große Feste statt. Die Verantwortlichen im Verein und im Rathaus hätten vielleicht mehr darum kämpfen und mit dem Gesundheitsamt nach Lösungen suchen sollen. Wenigstens ein kleines Spitzenfest hätte man organisieren können. Mir wird angst und bange, wenn ich daran denke, dass wir nächstes Jahr 900 Jahre Plauen mit vielen Terminen feiern wollen. Es ist kaum anzunehmen, dass Corona bis dahin verschwunden sein wird. Gibt‘s einen Plan B?
Die Menschen haben sich geduldig und unverdrossen an die Regeln zur Eindämmung der Pandemie gehalten. So ist es gelungen, in der Region die Inzidenz dauerhaft niedrig zu halten. Der Wert liegt im Vogtland seit Wochen unter eins, derzeit bei 0,4. Das muss doch auch eine Rolle spielen. Die Menschen haben es nach so viel Disziplin verdient, auch mal wieder gemeinsam zu feiern, Spaß und Freude zu haben. Es kann doch nicht sein, dass die Leute nach Dresden oder Berlin fahren müssen, um sich zu vergnügen. Dort sind an lauen Sommerabenden, die bald wieder kommen werden, Straßen und Plätze gut gefüllt. Natürlich müssen die Regeln eingehalten werden. Dazu sind die meisten aber bereit. Die sächsische Corona-Schutzverordnung ermöglicht im Übrigen mehr als die 1000 Gäste, die bei der Spitzenfest-Absage eine große Rolle spielten. Seit 16. Juli sind Großveranstaltungen mit maximal 5.000 gleichzeitig anwesenden Besucherinnen und Besuchern unter bestimmten Bedingungen zulässig, wenn die 7-Tage-Inzidenz unter dem Schwellenwert von 50 liegt. Wird der Schwellenwert von 35 unterschritten, sind sogar Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern zulässig. Wilfried Hub