Ich bin der Meinung, dass...

… die Schulen zum Start ins neue Schuljahr ähnlich schlecht gewappnet sind wie vor einem Jahr. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg beginnt bereits in dieser Woche das neue Schuljahr - die Corona-Regeln bleiben jedoch erst einmal die alten. In den ersten Schulwochen gilt Maskenpflicht im Unterricht. Außerdem müssen die Schüler und die ungeimpften Lehrer zweimal pro Woche einen Corona-Test machen. Und die Luftfilter in den Klassensälen, die die Situation verbessern sollten? Weitgehend Fehlanzeige. Das hätte man in den Sommerferien deutlich mehr tun können. In Sachsen dauert es zwar noch ein paar Wochen bis zum Schulbeginn, aber die Situation dürfte ähnlich sein wie im Norden. Sollte es so bleiben, dass die Inzidenzwerte zwar steigen, aber immer noch sehr niedrig sind, wird auch in Sachsen zum Schulstart vollständiger Präsenzunterricht möglich sein. Sollte sich das Infektionsgeschehen aber gravierend verschlechtern, kann es auch wieder Wechselunterricht geben. Der Lehrerverband übt heftig Kritik an den genügenden Vorbereitungen auf das neue Schuljahr. Positiv: Auf den Schulhöfen müssen die Mädchen und Jungen keine Masken mehr tragen, und sie dürfen sich in den Pausen wieder in beliebigen Gruppen aufhalten.
Die Hilfen der Bundesregierung konnten und können an der Situation in den Schulen nur wenig ändern. Das Bundesprogramm zur Finanzierung des Einbaus von Luftfiltern kam erst im Juli, also viel zu spät. Wieder wurde viel Zeit verschlafen. Ein solches Programm kann nicht innerhalb weniger Wochen umgesetzt werden. Ähnlich sieht es beim milliardenschweren Bundesprogramm für Aufholförderung aus. Es gibt nicht genügend Personal, um den Kindern den versäumten Unterrichtsstoff zu vermitteln. Fortschritte soll es bei der Digitalisierung geben. Das sagen die zuständigen Ministerien in einigen Ländern. Bei hohen Inzidenzen sollen die Schulen künftig nicht mehr präventiv flächendeckend geschlossen werden. Die Zahlen der Krankenhauseinweisungen und der Intensivpatienten sollen künftig eine größere Rolle spielen. Über die Bedeutung der Inzidenz als Richtwert in der Pandemie gibt es Streit zwischen Gesundheitsminister Jens Spahn und dem Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler. Während Spahn die Meinung vertritt, dass die Inzidenz mit steigender Impfrate immer mehr an Bedeutung verliert, will Wieler an der Inzidenz als wichtigstem Wert festhalten. Wilfried Hub