Ich bin der Meinung, dass...

… den Gewerbetreibenden in den Innenstädten unbedingt geholfen werden muss. Das Infektionsgeschehen ist fast zum Erliegen gekommen und überall wird gelockert. Das Leben kehrt langsam in die Städte zurück. Auch in Plauen. Hoffen wir, dass es über den Sommer hinaus so bleibt. Die vierte Welle, die sicher kommen wird, sollte harmloser ausfallen als die drei davor. Die Gastronomie wird sicherlich, auch dank staatlicher Hilfen, wieder auf die Beine kommen. Was Plauen betrifft, bin ich da zuversichtlich. Aber was ist mit dem Handel? Viele kleine Läden sind finanziell nicht in der Lage, die Löcher, die Corona in den Kassen hinterlassen hat, so einfach auszugleichen. Manche werden wohl aufgeben. Hier sind in erster Linie die Behörden in Berlin und Dresden gefragt, die helfen müssen. Hinzu kommt, dass sich das Kaufverhalten der Menschen in den Lockdown-Monaten sehr geändert hat. Der Einkauf im Internet vom Sofa aus ist eben super einfach. Es gibt alles auf einen Blick, viele Produkte sind preiswerter und die Ware wird am nächsten Tag geliefert. Gemeinsame Aufgabe sollte es jetzt sein, die City zu beleben und dadurch mehr Menschen in die Läden zu locken - Einheimische und Leute von außerhalb. Richtig gut besucht ist die Stadt zu Stadtfesten, zum Spitzenfest und wenn Weihnachtsmarkt ist. Natürlich können solche Feste nicht jedes Wochenende veranstaltet werden, aber kleinere Events sollten möglich sein.


Ich denke da an unser Vogtlandtheater, das - natürlich ohne städtische Gebühren - an zentralen Orten und in den Einkaufszentren kleine, bunte Szenen aus dem aktuellen Repertoire zum Besten geben könnte. Eine echte Win-win-Situationen: Werbung fürs Theater und Belebung der Innenstadt. In der warmen Jahreszeit könnte an den Wochenenden in der Innenstadt ein Straßenmusikanten-Festival laufen. Andere Städte haben damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn überall in der Stadt freitags und samstags vor den Geschäften kleine Gruppen und Einzelpersonen musizieren, kann die Innenstadt zum Besuchermagnet werden. Dasselbe gilt für Kleinkunst. Künstlerinnen und Künstler wären sicherlich dankbar, wenn sie ohne Standgebühren auftreten dürften. Da muss die Stadt eben über ihren Schatten springen. Natürlich sollte sich auch an der Parkplatz-Situation etwas ändern. Ich meine nicht, dass das Parken kostenlos sein muss. Aber eine Verrechnung der Parkgebühren beim Einkauf in den Geschäften, sollte möglich sein. Das wäre ein kleines Bonbon für die Kunden und eine Hilfe für die Geschäfte, die im Wettbewerb mit den Märkten auf der grünen Wiese stehen. Würde die Straßenbahn kostenlos zwischen den Stationen auf der Bahnhofstraße verkehren, wären die Kunden dankbar. Früher gab es wenigstens ein Kurzstrecken-Ticket. Gerade für ältere Menschen ist der Fußweg vom Tunnel bergauf Richtung Albertplatz zu beschwerlich und 1,60 Euro für die Straßenbahn zu viel. Wilfried Hub
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