Ich bin der Meinung, dass...

… auch für die von der Corona-Pandemie besonders hart betroffene Luftbranche bessere Zeiten kommen werden. Zu Beginn der Nationalen Luftfahrtkonferenz am Freitag in Berlin wurde deutlich, dass es nach der schwersten Krise seit Jahrzehnten für die Branche einen Hoffnungsschimmer gibt. Die Menschen verreisen wieder. Doch für die Airlines sind die nächsten Probleme am Horizont schon zu sehen. Zusammen mit anderen Umweltschützern sehen die Grünen im Fliegen einen Hauptgrund für den Klimawandel. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderte bereits ein Verbot von Kurzstreckenflügen. Stattdessen sollten die Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn ausgebaut werden. Die Lufthansa, vor allem aber deren Mitarbeiter, treibt noch ein anderes Thema um. Das Unternehmen hat vom Staat neun Milliarden Euro Hilfe bekommen, kündigt aber trotzdem massiven Personalabbau an. Es kann nicht sein, dass die Regierung derart viel Geld an die Lufthansa bezahlt, dies aber nicht an eine nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen knüpft. Es reicht nicht, Konzerne zu retten, ohne dabei auch an die Mitarbeiter zu denken.
Als Großaktionär des deutschen Luftfahrtunternehmens hat der Staat auch die Verantwortung, bei wichtigen unternehmerischen Entscheidungen das Wohl der Beschäftigten nicht aus den Augen zu verlieren. Arbeitskräfteabbau, Lohndumping und Sozialabbau auf Staatskosten dürfen nicht akzeptiert werden. In den zurückliegenden zwölf Monaten hat der Konzern nach eigenen Angaben weltweit bereits etwa 24.000 Vollzeitstellen abgebaut. Jetzt hat die Lufthansa angekündigt, in Deutschland etwa 10.000 weitere Vollzeitstellen zu streichen oder im vergleichbaren Maße Personalkosten einzusparen. Die Gewerkschaften sind empört. "Die Zahlen zum Personalabbau sind erschreckend", sagte Mira Neumaier, die ver.di-Bundesfachgruppenleiterin für Luftverkehr am Freitag. Wilfried Hub