Ich bin der Meinung, dass...

… bei einem Inzidenzwert von unter fünf im Vogtland unbedingt noch mal etwas zu den Corona-Atemschutzmasken gesagt werden sollte. Nein, nicht zur Affäre um die Masken, die den Staat am Ende wohl eine Milliarde Euro kosten wird, denn die Schutzmasken müssen entweder jetzt gleich oder nach Ablauf des Verfalldatums entsorgt werden. Dazu ist nun wirklich schon alles gesagt. Der Rest ist Wahlkampf. Schließlich wählen wir in drei Monaten einen neuen Bundestag. Die wechselseitigen Rücktrittsforderungen an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sind eher albern. Aber es wirft kein gutes Licht auf das Kabinett Merkel, wenn ein solcher Streit zwischen Kollegen öffentlich in den Medien ausgetragen wird. Es ist wirklich höchste Zeit, dass gewählt wird und die Karten neu gemischt werden. Nach solchen Scharmützeln ist eine Neuauflage der schwarz-roten Koalition sehr unwahrscheinlich. Dafür gibt aber auch noch viele andere Gründe. Schon beim letzten Mal kam das Bündnis nur auf Wunsch des Bundespräsidenten zustande. Mir geht es um die Frage, wann der Maskenpflicht fällt. Ab Montag müssen die Schüler und Lehrer im Unterricht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Das ist ja schon was. Doch wann heißt es endlich für alle: Maske runter?
Niedersachsen war einer Lockerung der Maskenpflicht kürzlich nicht abgeneigt - zog den Plan aber wieder zurück. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge der Pandemie? Als es hieß, das A und O im Kampf gegen das Virus seien Abstand und Händewaschen. Schutzmasken brauche nicht jedermann, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn damals. Im April 2020 wollte die Politik auch noch nichts von einer Maskenpflicht wissen. In diesem Punkt seien sich Bund und Länder einig, verkündete Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Mit den Corona-Wellen verschärfte die Politik die Auflagen, medizinische und FFP2-Masken wurden Pflicht. Die einen ächzten unter den "Maulkörben", protestierten dagegen auf der Straße oder zogen vor Gerichte. Andere verwiesen auf das Klinikpersonal, das über Stunden mit Maske um die Leben von Patienten kämpft.
Angesichts sinkender Inzidenzwerte, in Erwartung des Sommers und des innig herbeigesehnten Auslaufens der Pandemie muss trotz der Warnungen einiger Experten schleunigst über ein Ende der Maske nachgedacht werden. Erst bei Impfquoten von 70 bis 80 Prozent könnte das ein Thema werden, meinen die Virologen. Sollen wir wirklich noch so lange warten? Was ist eigentlich, wenn wir eine Inzidenz von null oder nahe null erreichet haben? Vor was soll uns die Maske dann schützen? Große Menschenansammlungen drinnen wie draußen gibt es bei uns nicht. Wir leben im ländlich geprägten Vogtland und nicht in der 30-Millionen-Stadt Shanghai, wo solche Maßnahmen möglicherweise sinnvoll sind. Der Lappen muss weg! Und zwar bald! Wilfried Hub