Ich bin der Meinung, dass...

… gottlob nicht in allen Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen "Betonköpfe" sitzen. Aktuelles Beispiel ist der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) mit seinem Geschäftsführer Michael Barth. Er hat die Pläne, im Schülerverkehr im Vogtland rund 300.000 Fahrplankilometer einzusparen, wieder auf Eis gelegt. Barth hatte an die vogtländischen Schulleiter Briefe verschickt und um eine Anpassung der Unterrichtszeiten an den Fahrplan gebeten. Dadurch hätte die Anzahl der eingesetzten Busse reduziert werden können. So sollte es statt fünf Heimfahrt-Bussen nach Schulende nur noch zwei, maximal drei geben. Die Direktoren sollten sich dazu äußern, zustimmen, ablehnen oder Vorschläge machen. Eine Welle der Entrüstung folgte. Es hagelte Kritik von Eltern und Schulleitern, die sich außerstande sahen, die Anfangs- und Endzeiten des Unterrichts so abzuändern, dass sie zu dem vorgeschlagenen reduzierten Fahrplan passen. Unterricht und Pausen hätten verkürzt werden müssen. Das Vorhaben des Zweckverbandes wurde jetzt wieder zurückgenommen: Der Schülerverkehr im Vogtland soll auch im kommenden Jahr so weiterlaufen wie bisher. Dafür gebührt Geschäftsführer Michael Barth großer Dank. Aber auch den Eltern, die sich beschwert hatten. Auch Landes- und Kommunalpolitiker setzten sich für die Rücknahme der Pläne ein. Der Kreiselternrat hatte betont, dass es nicht richtig sein könne, zu Lasten der Kinder zu sparen. 700.000 Euro sollten durch die Anpassung des Unterrichts an den Fahrplan des ÖPNV eingespart werden. Michael Barth hat durch Rücknahme der Sparpläne bewiesen, dass es seinem Verband am Ende doch mehr um die Kinder als ums Geld geht. Er hat jetzt die schwierige Aufgabe, der Verbandsversammlung des ZVV, die die Reduzierung gewünscht hatte, klar zu machen, dass weder 300.000 Fahrplankilometer, noch 700.000 Euro Kosten eingespart werden können. Eltern, Kinder und Schulen werden es ihm danken. Schließlich sind im Vogtlandkreis 11.000 Schülerinnen und Schüler auf den täglichen Schulbus angewiesen. Wilfried Hub