Ich bin der Meinung, dass...

… die Pressefreiheit lange nicht mehr so bedroht war wie im Moment - überall in der Welt, aber auch bei uns in Deutschland. Am gestrigen Internationalen Tag der Pressefreiheit wurde wie in jedem Jahr an die Bedeutung unabhängiger Medien und Journalisten für die Demokratie erinnert. Gerade in Zeiten von Fake News und immer mehr Lügen in sozialen Netzwerken ist der Zugang der Menschen zu freien und unabhängigen Informationen wichtig. Ohne sie kann Demokratie nicht funktionieren. Meinungs- und Pressefreiheit stehen nach Ansicht von Menschenrechtlern und Journalistenverbänden weltweit immer mehr unter Druck. Gerade in der Corona-Pandemie ist die Arbeit von Journalisten noch wichtiger, aber auch viel schwieriger geworden. In vielen Ländern sind Journalisten massiver Repression ausgesetzt. Ihre Arbeit wird unter dem Deckmantel der Pandemiebekämpfung eingeschränkt, Debatten werden unterbunden und Fehlinformationen verbreitet. In der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit der Organisation "Reporter ohne Grenzen" fällt Deutschland erstmals aus der Spitzengruppe. Die Lage der Pressefreiheit wurde von "gut" auf nur noch "zufriedenstellend" herabgestuft. Die Angriffe auf Journalisten haben zugenommen. Besonders in Gefahr sind Reporter bei Corona-Demonstrationen.


Weltweit haben im vergangenen Jahr mehr als 50 Journalisten bei ihrer Arbeit ihr Leben verloren. Noch viel mehr wurden festgenommen und drangsaliert oder waren gar Folter ausgesetzt. Journalismus darf kein lebensbedrohliches Wagnis sein. Dafür müssen wir sorgen, wenn "Information ein öffentliches Gut" sein soll. Unter diesem Motto steht der diesjährige internationalen Tag der Pressefreiheit. Auch in Deutschland wurde eine wachsende Zahl an Übergriffen auf Berichterstatter registriert. 65 Mal wurde zugeschlagen, bedroht, beleidigt und zu Boden gestoßen. Nur weil Reporter objektiv Bericht erstatten wollen und dabei nicht Verschwörungsideologen, Reichsbürgern und Corona-Leugnern nach dem Mund schreiben. Auch in Plauen wurden und werden Berichterstatter bei ihrer Arbeit behindert. Journalisten und Redaktionen werden öffentlich und in sozialen Medien beleidigt, der Zugang zu Informationen wird eingeschränkt. Aktives Eintreten für die Pressefreiheit bedeutet aber auch, dies bei Staatsbesuchen von Repräsentanten autokratischer Regime einzufordern. Wilfried Hub