Ich bin der Meinung, dass...

… das geänderte Infektionsschutzgesetz mit Bundesnotbremse, das in den vergangenen Tagen Bundestag und Bundesrat passierte und am Freitag in Kraft trat, auch etwas Gutes hat. Wir wissen bis Ende Juni wenigstens woran wir sind. Das Chaos, das die Ministerpräsidentenrunde mit der Kanzlerin durch immer wieder neue Beschlüsse, an die sich nicht mal alle hielten, verursachte, hat endlich ein Ende. Im Vogtland wird sich ohnehin nicht viel ändern, da hier aufgrund des hohen Inzidenzwertes schon fast alles verboten ist. An dem geänderten Gesetz ist vieles zu kritisieren. Mich stört vor allem, dass es nicht gelungen ist, einen Weg zu finden, die Schulen weiter offen zu halten. Die Politiker scheinen nicht zu wissen, was sie Kindern, Eltern und Lehrern damit antut. Die Folgeschäden, vor allem an der Psyche der Kinder, sind unabsehbar. Zumal nicht mal erwiesen ist, dass Schulen einen nennenswerten Anteil am Infektionsgeschehen haben. Präsenzunterricht an Schulen erst ab einer Inzidenz von 165 anstatt 100 zu stoppen, macht es nicht viel besser. Mit etwas Kreativität hätte man Lösungen finden können. Es gibt überall leerstehende Sport- und Veranstaltungshallen, in denen Unterricht auch unter Pandemiebedingungen möglich sein sollte. Das macht Arbeit, die sich im Interesse der Kinder aber lohnen würde. Wenigstens Wechselunterricht könnte so angeboten werden. Schule im Freien ist auch eine gute Idee.
Sehr fragwürdig ist die nächtliche Ausgangssperre ab 22 Uhr. Sie ist vermutlich nicht mit unserem Grundgesetz vereinbar und macht auch sonst wenig Sinn. Es scheint festzustehen, dass die meisten Infektionen in geschlossenen Räumen stattfinden. Was soll es da bringen, die Leute in ihren Wohnungen einzusperren? Ok, Spaziergänge und Joggen alleine bleiben bis Mitternacht erlaubt. Aber warum alleine? Warum darf ich meine Partnerin nicht mitnehmen? Tagsüber ist das doch auch kein Problem. Vor allem ältere Damen haben Angst, nachts im Dunkeln alleine vor die Türe zu gehen. Auch der Zwang zum Tragen von Masken im Freien sollte endlich aufgegeben werden. In geschlossenen Räumen, in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr ja. Aber draußen muss es doch eine Rolle spielen, ob ich in einem Pulk von Menschen unterwegs bin oder mutterseelenallein herumspaziere. Schließlich betonen die Virologen und Epidemiologen, dass das Infektionsrisiko unter freiem Himmel extrem gering ist. Wilfried Hub