Ich bin der Meinung, dass...

… man Kritik auch mal aushalten können muss. Das gilt auch für die Plauener CDU, deren Fraktion wegen ihres Abstimmungsverhaltens bei der Vergabe einer Beihilfe von 8000 Euro aus dem Stadtsäckel an das Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage, dem Nachfolger des Runden Tisches, kritisiert wird. Mit den Stimmen von CDU, AfD und des rechtsextremen "Dritten Wegs" war ein entsprechender Antrag von SPD, Grünen und Initiative Plauen abgelehnt worden. Stattdessen soll das Geld für Demokratieprojekte verwendet werden, etwa für Exkursionen von Schulklassen ins Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth oder ins ehemalige KZ Buchenwald. Den Vorwurf, sie würde gemeinsame Sache mit "Rechtsaußen" machen, hat die Plauener CDU mehrfach und heftig zurückgewiesen. Ich denke, die CDU und ihr Vorsitzender Jörg Schmidt müssen die Kritik aushalten, zumal die Abstimmung für sie eher "unglücklich" verlief. Sie aber in die Nähe von Rechtsextremen zu rücken, ist absurd. Es gibt gewiss keinen Schulterschluss mit Rechtsextremen, wie das Hofer Bündnis "Hof ist bunt" vermutet. Der "Spiegel"-Vorwurf, weder Schmidt, noch ein anderer "lokaler Ansprechpartner" sei erreichbar gewesen, ist kaum nachvollziehbar. Man kann Schmidt für manches kritisieren, auch dass er vielleicht die Brisanz der Abstimmung falsch eingeschätzt hat, aber feige ist er nicht. Auch ihm ist daran gelegen die Sache aufzuklären und nicht weiter zu verschärfen. Warum sollte er sich da wegducken?


Die Gründe, warum man am Runden Tisch nicht mehr gut zusammenarbeiten konnte, sind politisch und liegen in der Vergangenheit. Der Runde Tisch für Demokratie Toleranz und Zivilcourage sollte ein Abbild der breiten Zivilgesellschaft im Vogtland sein. Von den Grünen bis zur CDU waren die Parteien, aber auch Vereine wie etwa Colorido, vertreten. Die CDU hatte von Anfang an Probleme mit einigen Vertretern. Der Runde Tisch sei links dominiert, so der Vorwurf. Der Streit erreichte seinen Höhepunkt, nachdem die Koordinatorin des mittlerweile aufgelösten Runden Tisches, Ulrike Liebscher, im Sommer 2019 ein Satireplakat auf Facebook mit einem "Gefällt mir" versehen und geteilt hatte. Das Plakat der Satirepartei "Die Partei", zeigte Ministerpräsident Michael Kretschmer nackt und in einer die christliche Religion herabwürdigenden Art darstellt. Stadtrat Tobias Kämpf, der für die CDU am Tisch war, ließ sein Amt zunächst ruhen und trat später ganz aus. Obwohl Liebscher sich entschuldigte, gelang es Pfarrer Hans-Jörg Rummel, dem Sprecher des Runden Tisches kaum, die Wogen wieder zu glätten. Der Runde Tisch wurde im Januar 2021 in das "Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage" überführt. Bei der CDU blieben offenbar Bedenken, was letztlich zu deren Abstimmungsverhalten im Stadtrat führte. Der Vorschlag von Bürgermeister Steffen Zenner, den Runden Tisch durch ein ähnliches Gremium zu ersetzen, ist gut und richtig. Wilfried Hub