Ich bin der Meinung, dass...

… der bei der Vorsitzenden-Wahl in der CDU unterlegene Friedrich Merz im neuen Bundestag sehr wahrscheinlich wieder ein gehöriges Wort mitreden wird. Sein Einzug als direkt gewählter Abgeordneter nach der Bundestagswahl im September gilt als sicher - wie schon 1994 bis 2009. In seinem Wahlkreis, dem Hochsauerlandkreis, hat noch nie eine andere Partei als die CDU gewonnen. Am vergangenen Wochenende nahm er schon mal die erste Hürde. Merz wurde erneut zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl nominiert. Das freut nicht nur die Christdemokraten im Sauerland und in Nordrhein-Westfalen, sondern auch die in Sachsen. Hier ist Merz außerordentlich beliebt, für viele war er bei der Vorsitzenden-Wahl der Wunschkandidat. Er unterlag Armin Laschet nur knapp. Im Vogtland hat der redegewandte Mann der Wirtschaft besonders viele Anhänger. Ab Oktober hat Merz Rederecht im Parlament. Das wird er nutzen. Den Delegierten aus dem Sauerland versprach er schon mal, dass er "kein bequemer Abgeordneter" sein werde. Wer auch immer ins Kanzleramt einzieht, Baerbock oder Laschtet, sie oder er kommt an dem 65-jährigen nicht vorbei.
Ob sich Friedrich Merz mit einer Abgeordnetentätigkeit als künftige Aufgabe zufriedengibt, ist indes mehr als fraglich. Er will Minister in einem möglichen Kabinett Laschet werden. Am besten im Wirtschaftsressort. Das war wohl auch der Grund, warum er sich im Kandidaten-Machtkampf der Union sehr deutlich für seinen einstigen Rivalen Armin Laschet und gegen CSU-Chef Markus Söder aussprach. Ein Pro-Laschet-Brief an die Basis war als Unterstützung für den CDU-Vorsitzenden gedacht. Vor allem aber war es ein Signal an den Kanzlerkandidaten, ihn nach einer möglichen Regierungsbildung nur ja nicht zu übergehen. Merz war von 2000 bis 2002 auch Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Bereits unmittelbar nach der Wahl Laschets zum CDU-Vorsitzenden im Januar hatte der unterlegene Merz versucht, das Wirtschaftsressort von Peter Altmaier aus dem Stand zu übernehmen. Laschet sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel davon überzeugen, eine entsprechende Kabinettsumbildung vorzunehmen. Doch beide lehnten umgehend ab. Wilfried Hub