Ich bin der Meinung, dass...

… die Verärgerung der Deutschen mit der Politik der Bundesregierung langsam gefährlich werden kann. Die Zufriedenheit sank laut "Deutschlandtrend" auf den niedrigsten Wert seit Pandemiebeginn. Nach 55 Prozent im Februar sind aktuell 50 Prozent mit der Arbeit der Regierung einverstanden, 49 Prozent üben Kritik. Die Arbeit von Kanzlerin Angela Merkel wird zwar immer noch positiv gesehen, aber mit 64 Prozent Zustimmung fällt sie auf den niedrigsten Zustimmungswert seit April 2020. Jens Spahn erzielt mit 39 Prozent den geringsten Zuspruch seit November 2019. CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier erfährt aktuell 33 Prozent Zustimmung. Dies ist der schlechteste Wert seit der Übernahme des Wirtschaftsressorts. Das Stimmungstief fällt ausgerechnet in ein Superwahljahr. Da muss die Frage erlaubt sein, wie sich das auf die Wahlbeteiligung und das Abstimmungsverhalten der Bürger auswirken könnte. Es scheint so, als seien Bitterkeit und Empörung der Maskengegner und Corona-Zweifler, Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit mit dem politischen System nun auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch ohne die sogenannte Mitte kann unsere Demokratie nicht funktionieren. Die Gefahren sind bekannt: Die gemäßigten Leute gehen nicht zur Wahl, und die Radikalen profitieren.
Kann diese Entwicklung noch gestoppt werden? Ich denke ja. Und zwar mit gestalterischer Kraft und politischem Entscheidungswillen. Die Politik muss beweisen, dass sie beides noch hat. Dann kommen wir auch wieder zu funktionierenden Abläufen. Trotz einer übermächtigen Bürokratie und der stets willkommenen Ausrede vom Datenschutz muss in der Bundesregierung und in den Ländern transparent und effizient gearbeitet werden. Das würde den Menschen auch wieder die verloren gegangene Sicherheit zurückgeben. Was in England und Israel geht, sollte doch auch bei uns möglich sein. Ich bin mir sicher, dass auch die deutsche Politik das kann. Minister Spahn sollte nur noch versprechen, was er auch halten kann. Es muss jetzt sehr schnell sehr viel mehr geimpft werden. Am besten rund um die Uhr: in den Impfzentren, aber auch bei Haus- und Betriebsärzten. Die Leute haben das Gefühl, dass sich die Politik nicht genug kümmert. Sie hat jetzt die Chance zu beweisen, dass das nicht stimmt. Viele Fragen sind zu beantworten. Wer kümmert sich um was? Wie werden die wöchentlichen Schnelltests organisiert? Wie können Schulkinder den verpassten Lernstoff nachholen? Wilfried Hub