Ich bin der Meinung, dass...

… man sich auf Ankündigungen aus der Politik nach wie vor nicht allzu sehr verlassen sollte. Die Ansage von Ministerpräsident Michael Kretschmer vom vergangenen Donnerstag, dass der Freistaat die Corona-Impfstoffe im Vogtland für alle freigeben will, war für mich eine der besten Nachrichten seit langem. Doch sie hatte nicht sehr lange Bestand. Bereits zwei Tage später wurde wieder zurückgerudert. Die Impftermine werden weiter nach der aktuellen Prioritätenliste vergeben, hieß es aus dem sächsischen Sozialministerium. Und auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das das Impfzentrum betreibt, bestätigte, dass erst mal alles beim Alten bleibt. Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte sich vergangene Woche zwar auf die Aufhebung der Impfprioritäten in den besonders schwer betroffenen Grenzregionen geeinigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Vogtland lag am Sonntag bei fast 250. Zum Wochenende wurde dann mitgeteilt, dass für das Impfen für alle erst noch die Impfverordnung des Bundes geändert werden müsse. Außerdem müsse das DRK noch die Logistik vorbereiten. Wann im Vogtland das Serum für alle freigegeben werde, könne man noch nicht sagen, hieß es. Satz mit x, war wohl nix.
Was lernen wir daraus? Glaube nie einem Politiker, der die Worte "künftig", "in Kürze" oder "bald" verwendet. Dann hat er nämlich entweder keine Ahnung, wann es losgehen soll oder er weiß es, will es aber (noch) nicht sagen. "Künftig" kann morgen sein oder nächste Woche oder nächsten Monat oder nächstes Jahr. Oder auch gar nicht. Jedenfalls war es am vergangenen Freitag nicht möglich als "jüngerer" Vogtländer einen Termin im Impfzentrum zu reservieren. "Davon wissen wir nichts", so die Auskunft bei der zentralen Corona-Hotline Sachsens. Auch wer dort um einen Termin für das neue Impfzentrum in Plauen nachfragte, bekam keine passende Antwort. "Das ist uns nicht bekannt." Das hat sich aber geklärt. Am Mittwoch bekommen die ersten Impflinge - 250 Plauener - in der Mehrzweckhalle im Behördenzentrum ihre Pieks. Ab Donnerstag werden Senioren aus Rosenbach, Pausa-Mühltroff, Elsterberg und Weischlitz geimpft. Kommende Wochen können sich alle impfen lassen. Allerdings nur bis Ende April. Dann schließt das temporäre Impfzentrum Plauen wieder. Wilfried Hub