Ich bin der Meinung, dass...

… die CDU-Fraktion mit ihrer Idee, die Orte der Friedlichen Revolution in der Stadt Plauen zum UNESCO-Weltkulturerbe erklären zu lassen, einen bemerkenswerten Anstoß gegeben hat. Es handelt sich dabei erst mal um einen Prüfauftrag an die Stadtverwaltung, um zu klären, welche Voraussetzungen für einen solchen Antrag notwendig sind. Wie nicht anders zu erwarten, meldeten sich nach Bekanntwerden des Vorschlags bereits die ersten Plauener zu Wort, um die die Idee gleich wieder zu zerreden. Statements wie "das wird doch sowieso nichts" oder "wir haben im Moment größere Probleme" waren gestern schon zu hören. Natürlich haben wir größere Probleme, aber es muss auch noch andere Themen geben als Lockdown, Corona, Impfen und Testen. Egal was bei dem Antrag irgendwann herauskommt, allein die Beschäftigung damit könnte gute Werbung für Plauen sein und kann letztlich auch zur Stärkung unserer Demokratie führen. Es ist wichtig, die Ereignisse vom Oktober 1989 für nachfolgende Generationen wachzuhalten. Mit der Aufnahme von Plauener Gedenkorten und Erinnerungsstätten in die Liste zum UNESCO Weltkulturerbe wäre die herausragende Bedeutung Plauens für die Friedliche Revolution für immer festgeschrieben.
Dass die Stadt Plauen eine solche Auszeichnung durchaus verdient hat, ist unbestritten. Das sieht man nicht nur in Plauen so. Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck und auch der amtierende Frank-Walter Steinmeier besuchten die Stadt mehrfach, um die wichtige Rolle Plauens für die Friedliche Revolution und die Überwindung der Teilung auszudrücken. Erst die Großdemonstrationen in Leipzig leiteten die politischen Veränderungen in Deutschland ein, aber auch die Ereignisse von Plauen spielten bei der weiteren Entwicklung bis hin zur Einheit eine wichtige Rolle. Es gilt, an die tausenden mutigen Plauener zu erinnern, die ab 7. Oktober 1989 auf den Straßen für Freiheit und Demokratie demonstrierten und auch daran, dass in Plauen damals der erste Sieg über die Staatsmacht der DDR errungen wurde. Darauf sind die Plauener zu Recht stolz. Es kann viele Jahre dauern bis über den Antrag aus Plauen, sollte es einen solchen denn tatsächlich geben, entschieden wird. Das Verfahren ist kompliziert und es gibt weltweit sehr viele Bewerber. Höchstens zwei deutsche Anträge werden jährlich berücksichtigt. Gemeinsam mit Leipzig und Dresden könnte das ehrgeizige Vorhaben aber Chancen haben. Wilfried Hub
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