Ich bin der Meinung, dass...

… man im Vogtland Kindern und deren Eltern mit einer etwas besser abgestimmten Strategie das Hin und Her bei den Schulschließungen hätte ersparen können. In Sachsen wurden Grundschulen und Kitas ab 22. Februar wieder geöffnet. Eine gute Sache, die allseits begrüßt wurde. Um die starke Verbreitung des Coronavirus und die anhaltend hohen Infektionszahlen im Vogtland zu bekämpfen, gibt es seit Donnerstag Massen-Schnelltests in der Region. Jeder Vogtländer kann sich im Rahmen eines Modellversuchs zweimal wöchentlich in einem der 16 Corona-Zentren kostenfrei testen lassen. Das kann den negativ Getesteten mehr Freiheit und mehr Sicherheit bringen. Das ist ebenfalls eine gute Sache, die aber einen Haken hat. Die Grundschulen werden nämlich voraussichtlich ab kommenden Montag wieder schließen müssen. Es ist klar, dass die Zahlen wegen der vielen Tests zunächst nach oben gehen werden. Da die Inzidenz über mehrere Tage höchstwahrscheinlich nicht unter 100 liegen wird, wie es die Allgemeinverfügung fordert, müssen die Schulöffnungen im Vogtland nach einer Woche wieder zurückgenommen werden. Am Donnerstag lag der Inzidenzwert bei 201,3. Dieses Hin und Her hätte man Schülern und Eltern ersparen können.
Regelmäßiges Testen kann ein Ersatz fürs nach wie vor zu langsam laufende Impfen sein. Wenn viele mitmachen, kann so vielleicht ein harter Lockdown im Vogtland verhindert werden. Eine andere Möglichkeit, die hohen Infektionszahlen zu reduzieren, scheint es nicht zu geben. Das ist zumindest die Meinung von Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landrat Rolf Keil, die das Modellprojekt vor einigen Tag der Öffentlichkeit vorstellten. Die Schnelltests stellen auch eine Ergänzung zum PCR-Test, der sichersten Nachweismethode für das Coronavirus, dar. Die sogenannten Selbsttests, die zwar nicht zum 1. März, aber doch im Lauf des Monats kommen sollen, dienen nur der eigenen Sicherheit. Die regelmäßigen Schnelltests sind zwar etwas mühsam, können aber vielleicht eine Chance für Impfgegner sein, ebenfalls wieder an den neuen Freiheiten teilzunehmen. Es kann gute Gründe geben, sich nicht impfen zu lassen. Übergeordnete politische Motive, aber vor allem die Angst vor Nebenwirkungen spielen eine Rolle. Ernsthafte Gründe gegen das Testen kann es kaum geben. Der Test tut nicht weh und Nebenwirkungen sind ausgeschlossen. Und dennoch gibt es Gegner. Es würde die dritte Welle provoziert, um den Lockdown mit den bekannten Folgen für die Wirtschaft und andere Bereiche absichtlich zu verlängern. Wilfried Hub