Ich bin der Meinung, dass...

… wir nicht mehr länger warten wollen und können, um wenigstens ein Stück Freiheit zurückzugewinnen. Das Impfen dauert einfach zu lange. Wir müssen Stück für Stück einen Weg in den Alltag finden, selbst wenn noch nicht alle geimpft sind. Die Schnell- und Selbsttests, die in manchen Ländern schon erfolgreich genutzt werden, könnten eine Chance sein, um wieder ein wenig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Vor allem in den Schulen, die seit Montag in Sachsen wieder geöffnet sind, brauchen wir mehr Sicherheit für Schüler und Lehrkräfte. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der eine frühe Öffnung für Grundschulen und Kindergärten unbedingt wollte, mahnte dennoch zur Vorsicht. "Wir bewegen uns auf dünnem Eis", sagte er. Doch Kontakte und Mobilität zu reduzieren, wird nicht ausreichen, das brüchige Eis zu stabilisieren. Wir brauchen mehr Testungen. Es ist noch wenig bekannt, dass auch Apotheken und Zahnärzte seit vier Wochen testen dürfen. Im Auftrag der Gesundheitsämter kann auch in Schulen, Kitas und Heimen getestet werden. Schnelltests helfen, Menschen mit hohem Infektionsrisiko zu schützen. Das meint übrigens auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der Schnelltests für jedermann aber noch zurückhaltend bewertet.


Der schnelle Test, den jeder an sich selbst durchführen kann, könnte die einzige Möglichkeit sein, auf Dauer mit und in der Pandemie einigermaßen normal leben zu können. Aber Spahn hat recht, wenn er nur Selbsttests zulassen will, wenn sie eine hohe Qualität aufweisen und sicher und leicht anzuwenden sind. Er rechnet mit ersten Zulassungen in zwei Wochen, also Anfang März. Damit es nicht wieder wie bei Schutzmasken und Impfstoff an der Lieferung scheitert, will die Bundesregierung dafür sorgen, die "Zahl der Testmöglichkeiten in riesiger Menge auszuweiten". Es muss eine Strategie geben, bei der vor allem in Schulen getestet wird. Schließlich öffnen nun nach und nach immer mehr Schulen. Gebraucht werden zig Millionen Tests, da immer mehr Schülerinnen und Schüler wieder zum Präsenzunterricht zurückkehren. Die Schnelltests, die Schulkinder in Österreich bereits selbst machen, sind einfach: fünf Mal in der Nase bohren, das Wattestäbchen vorsichtig in eine Pappkarte schieben und Lösungsmittel darauf tropfen. Nach 15 Minuten zeigt ein roter Streifen das negative Ergebnis, zwei Streifen ein positives. Allerdings gibt es bei den Tests auch Risiken. Bei falschen (negativen) Ergebnissen könnten Menschen in der Annahme, nicht infiziert zu sein, andere anstecken. Wilfried Hub