Ich bin der Meinung, dass...

… man langsam schon mal eine Vorauswahl für die Oberbürgermeisterwahl in Plauen am 13. Juni treffen kann. Es sind (nur) noch vier Monate bis die Spitzenstädter festlegen, wer ab 1. September für die nächsten sieben Jahre die Stadtverwaltung führt und sagt, wo‘s in Plauen künftig langgeht. Natürlich hat der Stadtrat auch ein gehöriges Wörtchen mitzureden, aber die Stimme des OB hat als direkt gewähltes Stadtoberhaupt sehr viel Gewicht. Nachdem endgültig feststeht, dass Amtsinhaber Ralf Oberdorfer nicht wieder antritt, verspricht es eine spannende Wahl zu werden. Die Kandidaten laufen sich schon warm. Pandemiebedingt findet der Wahlkampf im Moment aber nur digital statt. Der Wahlkampf wie wir ihn von früher kennen, fällt aus. Podiumsdiskussionen und Bürgerforen, bei denen die Bewerber Rede und Antwort stehen, wird es nicht geben. Kein Kandidat kann von Haus zu Haus gehen und um Stimmen bitten. Ein wenig Straßenwahlkampf wird in den letzten Wochen vielleicht möglich sein. Bis dahin findet alles ohne echten Dialog und Bürgernähe in den Zeitungen und vor allem im Internet statt. Das geht zwar auch, ist aber nicht sehr attraktiv. Prominentester Bewerber ist Sozialbürgermeister Steffen Zenner, der übrigens als einziger von einer Partei, der CDU, als Kandidat nominiert wurde. Er weiß eine starke Hausmacht hinter sich. Immerhin stellt seine Partei die größte Fraktion im Stadtrat.
Alle anderen Bewerber sind Einzelkandidaten, die erst noch ihre 160 Unterstützer-Unterschriften vorlegen müssen. Genau genommen müssen die von Plauener Bürgern im Einwohnermeldeamt unter Aufsicht geleistet werden. Bewerber Ingo Eckardt gehört zwar auch der CDU an, versucht aber als Einzelkandidat sein Glück. Um seine Kandidatur gab es im Vorfeld Irritationen, weil er für seine Partei mehrere Ämter bekleidet. Er ist Stadtrat, war bis vor kurzem Sprecher seiner Fraktion und ist Ortsvorsteher in Kauschwitz. Die einzige Frau, die bislang ihren Hut in den Ring geworfen hat, ist Silvia Queck-Hänel, die im Rathaus in Glauchau arbeitet. Die 32-Jährige stammt aus Rodewisch und kennt Plauen aus einer früheren Tätigkeit im Ordnungsamt ganz gut. Sie wird von der SPD, den Grünen und der Linken unterstützt. Mittlerweile hat auch Andreas Ernstberger seine Kandidatur angekündigt. Er ist 53 Jahre alt und (im Internet) als Aktivist gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung bekannt. Viele kennen ihn auch als Moderator der Late-Night-Show. Über weitere Kandidaten gibt es bislang nur Gerüchte. So soll Lars Buchmann wollen. Die Plauener schätzen den 40-jährigen Erzieher wegen seines sozialen Engagements und seiner Beiträge zur Stadtgeschichte. Noch offen ist, ob die AfD einen Kandidaten benennt. Das gilt auch für die Liberalen. Thomas Haubenreißer soll über eine Kandidatur nachdenken. OB Oberdorfer gehört zwar der FDP an, war aber bei zurückliegenden Wahlen stets als Einzelkandidat angetreten. Wilfried Hub