Ich bin der Meinung, dass..

… in der Diskussion um die Corona-Warn-App mehr Ehrlichkeit gefragt ist. Gepriesen als sehr wichtiges Instrument zur Bekämpfung der Pandemie, ist die App für viele Nutzer nutzlos. Mit dem neuesten Update wurden wieder einige neue Funktionen freigeschaltet. Aber mal ehrlich - wen interessiert das nach den schlechten Erfahrungen in den vergangenen Monaten überhaupt noch. Das ist ungefähr so: Wenn ich (vor Corona) mehrfach versucht habe, ein Restaurant zu besuchen und jedes Mal stand ich vor verschlossener Tür, dann habe ich irgendwann auf weitere Versuche keine Lust mehr. Wenn ich wieder und wieder versuche, die Corona-App zu (be)nutzen, aber sie funktioniert einfach nicht, gebe ich bald auf und lösche die App vielleicht sogar. Es gab einfach zu viele Pannen. Zudem passierte, was eigentlich nicht passieren durfte. Sensible Daten, gut geschützt und verschlüsselt, gelangten immer wieder in die Öffentlichkeit. Zudem bezweifeln Fachleute, dass die Corona-App zuverlässig funktioniert. Sie kritisieren die Anfälligkeit für Fehler. Allerdings können jetzt allgemeine Informationen über die Pandemie abgerufen werden. Sehr spannend!

 


In ein neu installiertes Kontakt-Tagebuch können freiwillig Begegnungen mit Personen oder besuchte Orte eingetragen werden. Im Falle einer Infektion kann die Liste - ebenfalls freiwillig - an das Gesundheitsamt geschickt werden. Vor allem Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) wird nicht müde, für die Corona-Warn-App zu werben. Das muss er auch. Die App war mit mehreren zehn Millionen Euro Kosten einfach zu teuer, um nicht erfolgreich zu sein. Das neue Update der App wird über mehrere Tage zum Download zur Verfügung gestellt, muss aber manuell heruntergeladen werden. Aber wer von den 25 Millionen Menschen, die sich die App heruntergeladen haben, nimmt sich die Zeit schon. Weiter warten müssen Besitzer älterer iPhones, auf denen die Warn-App noch immer nicht installiert werden kann. Die Entwickler arbeiten an den nötigen Anpassungen, heißt es. Es kann aber noch Wochen dauern bis die App auch auf älteren iPhones lauft. Es ist kaum zu glauben, dass die Bundesregierung weiter große Summen in ein Projekt investiert, dass sich bereits als Flop erwiesen hat. Wilfried Hub
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