Ich bin der Meinung, dass..

… die medizinischen Schutzmasken, die seit Donnerstag auch in Sachsen im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften getragen werden müssen, Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten. Dass FFP2-Masken einen besseren Schutz gewähren, steht außer Frage. Aber viele Menschen im Freistaat können sich die bis zu 4 Euro pro Maske schlicht und einfach nicht leisten. Zumal diese Masken häufig gewechselt werden müssen, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen. Die ebenfalls erlaubten OP-Masken sind zwar preiswerter, bieten aber auch einen geringeren Schutz. In Alten- und Pflegeeinrichtungen sind FFP2-Masken schon länger verpflichtend. Die Bundesregierung hat bereits bekanntgegeben, dass sie keine kostenlosen Masken zur Verfügung stellen wird. Zumindest vorerst nicht. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) kann sich zur Finanzierung der Masken eventuell einen Corona-Zuschuss für Bedürftige vorstellen. In Sachsen hört man bislang nichts zu dem Thema. Lediglich einige Städte und Kreise planen eine kostenlose Verteilung von Schutzmasken. Der Vogtlandkreis aber nicht.
Andere Bundesländer haben inzwischen gehandelt. In Thüringen werden Mittellose fünf Millionen Gratis-Masken erhalten. Sie sollen "sobald wie möglich" über die Kommunen verteilt werden. Der Wert der Masken beträgt rund zwei Millionen Euro. In Sachsen-Anhalt werden über die Tafeln medizinische Mund-Nasen-Schutzmasken für Menschen in finanzieller Not kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch in Berlin und Hamburg erhalten Bedürftige kostenlose Masken. Dort ist wie überall berechtigt, wer Arbeitslosengeld II, Grundsicherung, Hilfen zum Lebensunterhalt, Hilfen zur Pflege, Wohngeld oder Eingliederungshilfen erhält. Auch Empfänger des Kinderzuschlags und von BAföG bekommen Gratis- Masken. Es ist kaum nachvollziehbar, warum der Freistaat Sachsen einerseits seit Donnerstag strengere Maskenregeln erlässt und einfache Stoffmasken beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn verbietet, andererseits aber nicht mal Bedürftige mit besserem Schutz versorgt. Menschen, die die Masken nicht bezahlen können, müssen auf Unterstützung von Privatleuten und Vereinen hoffen. Wilfried Hub