Ich bin der Meinung, dass...

… unsere Ausdauer und unsere Geduld langsam wirklich auf eine harte Probe gestellt wird. Jetzt geht es also noch mal fast vier Wochen weiter mit dem Lockdown. Schärfere Maskenpflicht im Nahverkehr und beim Einkaufen, mehr Homeoffice, Schulen und Kitas bleiben dicht. Der Lockdown mit vielen geschlossenen Geschäften gilt bundesweit seit 16. Dezember und war bisher bis Ende Januar befristet. Obwohl sich die Infektionszahlen verbessern und manche Krankenhäuser - auch im Vogtland - Entspannung melden, haben Bund und Länder den harten Lockdown zunächst bis zum 14. Februar verlängert. Gastronomie, Kultur, Freizeiteinrichtungen, Friseure und große Teile des Handels bleiben damit bundesweit geschlossen. Nur Supermärkte bleiben offen. Am härtesten trifft es die Eltern, deren Kinder nicht zur Schule oder in die Kita dürfen. Nach wochenlangem Homeschooling im vergangenen und in diesem Jahr sind viele mit ihrer Kraft am Ende. Die Nerven liegen blank, die zum Schulraum umfunktionierte Küche wird zum Hexenkessel. Und da sollen die Eltern möglichst im Homeoffice auch noch ihrer Arbeit nachgehen. Ich bin der Ansicht, dass man bei den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag einen Weg hätte finden müssen, Schulen und Kitas mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen wieder zu öffnen.
Der Corona-Gipfel wäre an den Schulen fast gescheitert. In stundenlangen Gesprächen musste Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Kompromiss abgerungen werden, der ihr überhaupt nicht passte. Die Kanzlerin beharrte, drohte, rastete aus - und konnte sich doch nicht gegen die Länder durchsetzen. Die meisten Regierungschefs wollen zum Monatsende die Schulen öffnen - so wie bei der letzten Beratung vereinbart. Merkel betonte, es sei jetzt die Zeit der Vorsorge. Die noch ansteckenderen Virusmutationen müssten in Schach gehalten werden, sagte sie auf der Pressekonferenz. Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet soll die verschiedenen Interessen gut moderiert und der Kanzlerin letztlich aus der Sackgasse geholfen haben. Am Ende gab sie nach. Die Runde einigte sich auf eine Verlängerung der Regeln für Schulen und Kitas, sie sollen aber restriktiver umgesetzt werden. Jedes Land darf seinen Kurs weiterfahren. Da, wo es die Infektionslage zulässt, können Schulen und Kitas früher öffnen. Wilfried Hub