Ich bin der Meinung, dass

… beim Impfen gegen das Coronavirus sehr langsam gestartet wurde. Viel zu langsam! Da wurden Fehler gemacht - bei der Beschaffung des Impfstoffs, aber auch bei der Organisation des Impfens. Von den 1,3 Millionen Dosen, die in Deutschland bislang ankamen, wurden bis jetzt längst nicht alle verbraucht. Erst ein paar Hunderttausend Menschen wurden geimpft. Aber das Tempo wird zunehmen. Es wird genügend Impfstoff für alle verfügbar sein. Die Frage ist nur, wie lange das dauert. Die einen Experten sagen bis zum Sommer, andere meinen, dass es noch bis zum Jahresende dauern kann. Bis dahin ist es wichtig, dass sich alle an die Regeln und Maßnahmen halten. Die Situation ist dramatisch: Tag für Tag irrsinnige Todeszahlen, Kliniken am Rande des Kollaps. Es gibt zu viele private Feiern, nicht notwendige Reisen und Demos mit Hunderten Menschen. Wenigstens die Maskenpflicht wird mittlerweile eingehalten. In der Plauener Fußgängerzone trifft man kaum noch jemanden, der Mund und Nase nicht bedeckt hat. Die Polizei kontrolliert das.
In der vergangenen Woche wurde in Plauen von der Polizei eine Geburtstagsfeier abrupt beendet, weil sich zu viele Personen getroffen hatten und damit gegen die Corona-Schutz-Verordnung verstoßen wurde. In Berlin haben mehr als 1000 Menschen aus linken und linksradikalen Gruppen zum Gedenken an die Ermordung der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1919 demonstriert. Da die Aktion nicht genehmigt war und deshalb von der Polizei aufgelöst wurde, kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. 17 Beamte wurden dabei verletzt. Das traditionelle Gedenken war schon im Vorfeld wegen Corona auf den März verlegt worden. Dennoch gingen die Gruppen am Sonntag auf die Straße.
Dass manche Regeln nicht eingehalten werden, liegt auch daran, dass es in Deutschland wieder keine Einheitlichkeit gibt. Das verunsichert die Menschen. Sie nehmen die Regeln nicht mehr ernst. Es ist ein Lockdown mit vielen Löchern. Keiner weiß so richtig, was wo gilt. Alle Länder haben inzwischen die Berliner Beschlüsse in Landesrecht umgesetzt, aber mit erheblichen Abweichungen. So fällt der Lockdown mal strenger, mal weniger streng aus. Es gibt unterschiedliche Regeln für Schulen, Kitas, Kontakte und vor allem auch für den Bewegungsradius. In Thüringen wird lediglich empfohlen, die 15 Kilometer um den Wohnort herum einzuhalten, Baden-Württemberg hat die Regelung erst gar nicht eingeführt. In Sachsen gilt sie schon seit Mitte Dezember. Wilfried Hub