Ich bin der Meinung, dass...

… unser Vogtland zum Jahreswechsel leider eine traurige Berühmtheit erlangte. Normalerweise freut man sich, wenn die Region bundesweit in die Schlagzeilen kommt. Am Sonntag schafften wir es sogar in die "Tagesthemen". Es wurde über die Ausbreitung des Coronavirus berichtet und darüber, dass das Vogtland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom vergangenen Freitag mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 818,6 im bundesweiten Vergleich deutlich an der Spitze liegt. Obwohl die Zahl zum Jahreswechsel leicht gesunken ist, befürchten Experten, dass dieser Wert sogar auf über 1000 steigen könnte. Der Vogtlandkreis selbst veröffentlicht keine neuen Fallzahlen mehr. Die Homepage der Behörde meldet veraltete Zahlen wie einen Inzidenzwert vom 29. Dezember. Im Fernsehen wurden menschenleere Straßen und Plätze in Plauen gezeigt. Junge Leute, die interviewt wurden, vertraten die Meinung, dass der Lockdown verlängert werden sollte, damit die Zahlen endlich besser werden. So wird es wohl auch kommen. Vor der für Dienstag geplanten Video-Schalte von Kanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefs der Länder scheint schon festzustehen, dass vermutlich bis Ende Januar alles geschlossen bleibt. Uneins ist man noch bei der Zukunft von Schulen und Kitas.
In den "Tagesthemen" kam auch Landrat Rolf Keil (CDU) zu Wort, ohne allerdings wirklich etwas zu sagen. Die Zahlen müssten nach unten gedrückt werden, meinte er. Das war alles. Kein Wort zu den katastrophalen Zuständen und Pannen im Landratsamt. Keine Erklärung wie es zu den Rückständen bei der Abarbeitung von Infektionsfällen kommen konnte. Am Corona-Management des Landrates ist mittlerweile eine heftige Diskussion entbrannt. Sogar Rücktrittsforderungen wurden laut. Kritik kommt nicht nur vom politischen Gegner, sondern auch von Parteifreunden. So sieht CDU-Landtagsabgeordneter Sören Voigt Versäumnisse bei der Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Woche soll der Rückstand aufgearbeitet werden, kündigte Keil an. Dieter Kießling, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, versprach "eine knallharte Aufarbeitung". Nach wie vor ist ungeklärt, warum der Landrat beim Besuch von Ministerpräsident Michael Kretschmer die Lage verharmloste, anstatt sie in aller Deutlichkeit darzustellen. Keil habe erst nach Kretschmers Besuch vom Rückstau der Corona-Meldungen erfahren, so Dieter Kießling. Ich weiß gar nicht was schlimmer ist, dass der Landrat nicht weiß, was in seinem Laden los ist, oder Kretschmer wissentlich hinter die Fichte geführt zu haben. Wilfried Hub