Ich bin der Meinung, dass...

… man bei einem Projekt, das alle gut finden, bei dem aber 25 Jahren lang wenig bis nichts passiert ist, schon auch mal die Geduld verlieren kann. Eigentlich ist es ein Skandal, dass es an der Talsperre Pöhl noch immer keinen Radweg gibt. Seit Mitte der 1990er-Jahre wird darüber geredet. Mehr aber auch nicht. Am Dienstag beschäftigte sich die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Talsperre Pöhl mit dem Thema. Es wurde wieder geredet, aber es gab auch gehörig Kritik. "Ungenügend hoch drei", beschrieb der Pöhler Verbandsrat Andres Seidel (CDU) die Situation. Dabei wissen alle, wie wichtig diese Infrastruktur für den Tourismus rund um die Talsperre ist. Pöhl steht im Wettbewerb mit anderen Naherholungsgebieten. Die Talsperre Zeulenroda und das Leipziger Neuseenland haben in den letzten Jahren viel investiert und enorm aufgeholt. Die Pöhl muss höllisch aufpassen, nicht abgehängt zu werden. Es ist nicht so, dass sich gar nichts tut. Der erst im Mai eröffnete Freizeit- und Erlebnisgarten ist ein neues Highlight an der Talsperre. Spaß für die ganze Familie versprechen die Zwölf-Loch-Minigolfanlage und weitere attraktive Spielgeräte. Ein Strandcafé auf dem völlig neu konzipierten Areal lädt zum Verweilen ein. Aber das reicht nicht.

 


Der lange Stillstand beim Ausbau der Radwege ist Beleg dafür, dass sich nicht ausreichend um die Situation an der Pöhl gekümmert wird. Bei den Wanderwegen rund um die Talsperre ist die Situation ähnlich ungenügend. Nach 25 Jahren kann es keine nachvollziehbaren Argumente mehr geben, warum sich bislang nichts getan hat. Dass kein Geld da sei, kann nach so langer Zeit kein Grund sein. Nach dem Sankt-Florian-Prinzip sieht jeder die anderen in der Pflicht. Dass die Kommunen das Projekt nicht finanzieren können, ist verständlich. Der Freistaat sei in der Pflicht, hieß es in der Sitzung. Kann sein. Da muss eben an den richtigen Stellen in Dresden Druck gemacht werden. Zum Beispiel bei der Landesstraßenbaubehörde (Lasuv), die angeblich mauert. Unsere Landtagsabgeordneten müssen in die Spur geschickt werden. Wie so oft nimmt Rolf Keil eine Schlüsselposition ein. Er hält alle Fäden in der Hand. Als Landrat des Vogtlandkreises ist vor allem er für den Ausbau von Infrastruktur und Tourismus zuständig. Außerdem ist er Vorsitzender des Zweckverbandes Talsperre Pöhl und Vorsitzender des Tourismusverbandes Vogtland. Wilfried Hub
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