Ich bin der Meinung, dass...

… es bei der Bekämpfung von Corona langsam eng wird. Und warum? Weil die Politik zu lange gewartet hat. Dass der Teil-Lockdown nur wenig erfolgreich ist, steht schon länger fest. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen blieben bislang aber aus. Vermutlich hätte man die Maßnahmen längst verschärfen müssen, um die Pandemie endlich unter Kontrolle zu bringen. Jetzt bleibt nicht mehr viel, was noch getan werden kann. Und dennoch zaudern einige Länder, einen härteren Lockdown zu verhängen. Einig ist man sich nur in einem Punkt: Die Zahlen müssen runter. Aber wie? Die geplanten Lockerungen zu Weihnachten sorgen schon für Diskussionen. Die können wir uns wahrscheinlich aus dem Kopf schlagen, wenn nicht schnellstens gegengesteuert wird. Es muss sich etwas ändern. Und zwar jetzt. Die Zahlen bleiben auf Rekordniveau, jeden Tag gibt es neue Infektionen, die Zahl der Todesfälle steigt. Die Krankenhäuser schlagen Alarm. In Sachsen ist die Zahl der Intensivpatienten fünfmal so hoch wie im April. Gut und schön, dass möglichst bald wieder eine Konferenz der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel stattfinden soll. Solange kann meines Erachtens aber nicht abgewartet werden. Bayern und Thüringen wollen schon vorher etwas tun.
Thüringen will die Corona-Maßnahmen auch zu Weihnachten nicht lockern. Etwas anderes sei angesichts der hohen Infektionszahlen nicht möglich, heißt es in der Staatskanzlei Erfurt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will an den Lockerungen zu Weihnachten festhalten. Die ursprünglich geplanten Lockerungen an Silvester soll es allerdings nicht geben. Söder kündigte am Wochenende an, dass Bayern im Alleingang die Maßnahmen verschärfen werde und legte dafür einen Zehn-Punkte-Plan vor. Vorausgesetzt der Landtag stimmt zu, wird in Bayern bis Anfang Januar erneut der Katastrophenfall ausgerufen. Kontakte werden dann deutlich stärker eingeschränkt: Die Menschen dürfen ihre Wohnungen dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen - Arbeit, Einkauf, medizinische Versorgung. In den Hotspots soll es eine nächtliche Ausgangssperre geben. Die Berufsschulen werden den Präsenzunterricht beenden. Ab der achten Klasse soll in den Schulen Wechselunterricht stattfinden. Es ist davon auszugehen, dass andere Länder nachziehen werden. Ministerpräsident Michael Kretschmer hat ähnliche Maßnahmen für Sachsen schon angekündigt. Um die Pandemie zu stoppen, ist es aber wichtig, dass die Maßnahmen und Regeln von der Bevölkerung eingehalten werden. Doch es muss auch Kontrollen geben. Wilfried Hub