Ich bin der Meinung, dass...

… es endlich einen Strategiewechsel geben muss, damit sich etwas ändert. Ich bin nicht besonders empfindlich, aber die Corona-Maßnahmen schlagen langsam aufs Gemüt. Die Situation zehrt an den Nerven. Dann lieber einen harten Lockdown für ein, zwei Wochen und noch einen Zacken schärfer als im Frühjahr, damit die Zahlen endlich besser werden, als ständig neue Anordnungen, die keinem so richtig wehtun sollen und nach ein paar Tagen doch wieder kassiert werden. Ich bin keiner, der unbedingt in der Öffentlichkeit Alkohol trinken möchte, aber am 1. Dezember als kleinen Ersatz für den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt sechs Glühweinbuden aufzubauen, die einen Tag später von Amts wegen wieder geschlossen werden müssen, schafft nicht unbedingt Vertrauen. Es ist nur ein Beispiel von vielen. Die Leute haben es satt, und sie verstehen es auch nicht mehr. Keiner weiß, welche Regel gerade wo gilt. Wahrscheinlich kann den teilweise chaotischen Zuständen tatsächlich nur mit gleichen Maßnahmen für alle und ohne Rücksicht auf regionale Besonderheiten und Unterschiede bei der Sieben-Tage-Inzidenz begegnet werden. Was heute noch erlaubt ist, geht morgen schon nicht mehr, weil der Wert über 200 geklettert ist. Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. In einer Plauener Kirche wurde ein Adventskonzert wegen Corona abgesagt, um es in paar Tage später als Adventsandacht doch stattfinden zu lassen. Konzerte sind eben verboten, Gottesdienste aber nicht. Ob der Virus das auch weiß und sich daran hält?
Keine Rücksicht nehmen sollte man auf Corona- Leugner, Verschwörungsideologen, Esoteriker, Impfgegner und vor allem nicht auf Reichsbürger und Rechtsextremisten. Natürlich müssen auch in Corona-Zeiten Demonstrationen erlaubt sein. Auch gegen den Staat und auch gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen. Aber mit weniger Leuten und nicht in den Innenstädten. Bei Verstößen gegen die Regeln muss härter vorgegangen werden. Zum Beispiel gegen Leute, die keinen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat. Attacken auf Journalisten und gewalttätige Angriffe gegen Polizeibeamte müssen bestraft werden. Solche Veranstaltungen bedrohen nicht nur die Gesundheit aller, sie gefährden auch die bescheidenen Erfolge gegen die Pandemie. Die Leugner meinen, die Pandemie sei eine Erfindung der Regierungen, um das Volk zu gängeln, und dass sie systematisch belogen werden. Das ist natürlich Quatsch. Das Verhalten der Demonstranten ist unverantwortlich und angesichts von immer mehr Toten ebenso abstoßend wie zynisch. Diesen gefährlichen Blödsinn können wir uns angesichts der bedrohlichen Situation nicht leisten. Leider lassen die vielen Gerüchte und Fakes rund um Corona eine objektive Beschäftigung mit den Gefahren des Virus und der Krise kaum mehr zu. Wilfried Hub