Ich bin der Meinung, dass...

… es in der Pandemie neben dem Virus auch noch andere Themen gibt, die wichtig sind. Das hat sich sogar bis in die Regierung und den Bundestag herumgesprochen. In den vergangenen Tagen beschäftigte sich das Parlament nicht nur mit der Sinnhaftigkeit der neuen Corona-Maßnahmen und mit den 180 Milliarden Euro, die die Koalition nächstes Jahr an neuen Schulden aufnehmen will. Von der Öffentlichkeit und den Medien weitgehend unbemerkt, wurde endlich ein Verbot von Plastiktüten beschlossen. Sie sind nicht nur der "Inbegriff der Ressourcenverschwendung" (Umweltministerin Svenja Schulze), sondern tragen als Plastikmüll auch wesentlich zur Gefährdung der Tier- und Pflanzenwelt in den Meeren bei. Ein Thema, das uns noch beschäftigen wird, wenn die Pandemie längst Geschichte ist. Die Millionen Tonnen Plastik in den Meeren bedroht das Ökosystem und gefährdet auch unsere Gesundheit. Vermutlich mehr als jede Pandemie. Um der tödlichen Gefahr zu begegnen, gibt es nur einen vernünftigen Weg: Wir müssen dringend überdenken, wie wir Plastik produzieren, konsumieren und entsorgen. Meeresbewohner verschlucken die Plastikteile und sterben oft daran. Mikroskopisch kleine Kunststoffe landen über die Nahrungskette früher oder später auf unseren Tellern. Mikroplastik wurde bereits in Fischen, Muscheln, Trinkwasser, Milch und Honig gefunden.
Das jetzt beschlossene Verbot von leider bestimmten Plastiktüten ist leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn wir ernsthaft wollen, dass weniger Plastik im Meer und der Natur landet, müssen wir endlich mit der Vermeidung von Abfällen beginnen, insbesondere von Verpackungsmüll. Mülltrennung ist für viele in Deutschland eine Selbstverständlichkeit und Recycling ist längst kein Fremdwort mehr. Trotzdem werden die Verpackungsberge immer größer. Deutschland gehört leider zur Spitzengruppe der Erzeuger von Verpackungsabfall. Es geht um Mehrfachverpackungen und Umverpackungen von Kosmetikdosen oder -tuben, Mogelverpackungen, die mehr Inhalt vortäuschen, Außer-Haus-Verpackungen und aufwändige Verpackungen, die nur der besseren Vermarktung dienen. Kunststoffe werden nur sehr langsam abgebaut. In der Natur kann das Jahrzehnte dauern, bei Plastikflaschen sogar Jahrhunderte. Deshalb sollte man beim Einkauf auf unverpackte Waren oder auf umweltverträgliche Verpackungen setzen. Taschen sollten wiederverwendbar sein. Am besten sind Stoffbeutel. Wilfried Hub