Ich bin der Meinung, dass...

… wir mit den Beschlüssen der Bund-Länder-Konfi im Kanzleramt vom Mittwoch klarkommen können. Bis in die Nacht hinein wurde um Lösungen gerungen. Redliches Bemühen kann den Teilnehmern bescheinigt werden. Trotzdem hagelt es bereits von allen Seiten Kritik, die zumindest teilweise auch berechtigt ist. Mit Lockerungen der Maßnahmen konnte ohnehin keiner ernsthaft rechnen, nachdem der Teil-Lockdown im November auch nur einen Teil-Erfolg brachte. Die Situation ist nach wie vor angespannt. Hohe Infektionszahlen, viele Tote. Anders als in anderen Teilen Sachsens, ist im Vogtland die Lage in den Kliniken nach wie vor entspannt. Das ist ein sehr gutes Signal. Die Zahl der Neuinfektionen im Freistaat ist aber unverändert hoch. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 220. Die angestrebte Zahl ist 50. Es ist also wenig verwunderlich, dass die Regierungschefs der Länder zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel beschlossen, den Teil-Lockdown bis mindestens 20. Dezember zu verlängern. Manche erwarten sogar, dass dieser im Januar fortgesetzt wird. An den Feiertagen (Weihnachten bis Neujahr) werden die Kontaktbeschränkungen gelockert. Hoffen wir, dass es deshalb im neuen Jahr kein böses Erwachen in Form von explodierenden Infektionszahlen geben wird.
Leider lässt es die Situation nicht zu, dass die seit Anfang November geschlossenen Restaurants, Kneipen und Bars wieder öffnen. Damit hatten viele gerechnet. Ich auch. Das gleiche gilt für Einrichtungen wie Theater, Kinos, Museen und Clubs. Auch das Malzhaus in Plauen ist komplett dicht. Eine Adventszeit ohne jedes bisschen Kultur, ist wirklich unerträglich. Problematisch kann auch das Einkaufen werden. Die Läden bleiben zwar geöffnet, aber mit neuen Auflagen. Es sollen sich weniger Menschen in den Geschäften aufhalten. Bei Läden bis 800 Quadratmeter darf sich künftig nur eine Person pro zehn Quadratmeter Fläche aufhalten. In größeren Geschäften und Kaufhäusern ist nur noch ein Kunde pro 20 Quadratmeter zugelassen. Das gilt auch für Einkaufszentren. Lange Schlangen an den Eingängen sind vorprogrammiert. Wachpersonal soll dafür sorgen, dass das nicht passiert. Schwierig! Dem hätte man möglicherweise mit Spätöffnungen an den Wochentagen und Öffnungen an allen Adventssonntagen begegnen können. Doch in Sachsen lassen die Gesetze das nicht zu. Es wird empfohlen, Einkäufe von Montag bis Freitag möglichst vormittags zu erledigen und die Abende und Samstage zu meiden. Das kommt einem Einkaufsverbot für Berufstätige gleich. Wilfried Hub