Ich bin der Meinung, dass...

… der Stadtrat klug entschieden hat, das Informations- und Dokumentationszentrum zur Friedlichen Revolution 1989 (IDZ) am Oberen Graben im ehemaligen Brandschutzamt anzusiedeln. Damit war es auch ein Beschluss gegen den Neubau an der Melanchthonstraße. Dieser Standort war anfangs von vielen innerhalb und außerhalb des Stadtrates favorisiert worden. Allein voran Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der sich die Begründungen des Vereins "Vogtland 89" zu eigen machte. Die unmittelbare Nähe zum Wendedenkmal war ein gutes Argument, aber am gewünschten Standort hätten die inhaltlichen Ziele des IDZ wohl kaum umgesetzt werden können. Keine gute Idee war der Vorschlag, 50 Meter von der bestehenden und gut funktionierenden Tourist-Information an der Melanchthonstraße eine neue zu bauen. Hohe Fördermittel allein sind kein gutes Argument für ein Vorhaben, dass an anderer Stelle sinnvoller umgesetzt werden kann. Da es einzig um die inhaltliche Ausgestaltung des IDZ gehen sollte, werden sich die Plauener, denen das Zentrum sicherlich am Herzen liegt, die aber die Melanchthonstraße wollten, schnell mit dem beschlossenen und ebenso zentral gelegenen Ort Oberer Graben abfinden.
Genau genommen ist der Standort nämlich gar nicht so wichtig. Auf den Inhalt kommt es an. Zuletzt nahm der Standort-Streit groteske Züge an. In vielen Ausschuss-Sitzungen wurde das Thema durchgekaut. Gegner und Befürworter des von der Verwaltung vorgeschlagenen Standorts Melanchthonstraße veranstalteten Pressekonferenzen und warben in Erklärungen und Leserbriefen für"ihren" Standort. Dem OB war die Frage so wichtig, dass er den Ausschüssen zumindest bei diesem Tagesordnungspunkt selbst vorstand. Die Bürgermeister (Zenner, Wolf), die die Sitzungen eigentlich leiteten, wurden zu Zuhörern degradiert. Am Ende ließen sich mehr Stadträte von den besseren Argumenten überzeugen und beschlossen den CDU-Antrag, das  IDZ am Oberen Graben zu etablieren. Die Freude bei der CDU war groß. Jetzt muss sie aber aufpassen, dass aus dem Sieg kein Pyrrhussieg wird. Alle müssen mithelfen, auch der OB und die Brandschutzamt-Gegner, dass schnell bauliche und inhaltliche Konzepte und Pläne entwickelt werden. Noch mal: Der Inhalt ist wichtiger als der Standort. Erste Mittel könnten noch in den aktuellen Haushaltsplan eingestellt werden. Es sollte gelingen, das Zentrum im Jahre 2024, dem 35. Jahrestag der Friedlichen Revolution, zu eröffnen. Wilfried Hub