Ich bin der Meinung, dass...

… begieriges Warten auf den Mittwoch und die Bekanntgabe der neuen Corona-Maßnahmen eigentlich überflüssig ist. Wir wissen schon (fast) alles, was die Ministerpräsidenten vorschlagen werden. Das Geltungsbedürfnis einiger Länderchefs und deren Wünsche, sich medial möglichst gut in Szene zu setzen, sind sehr groß. Jeder möchte der Erste sein, der die Neuigkeiten verkündet. Man kann es ja verstehen. Es wäre auch schrecklich, wenn im Bayerischen Rundfunk und in den Zeitungen im Freistaat die Meinung von Achim Laschet (CDU), dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen zuerst zu hören oder zu lesen wäre, und danach erst Markus Söder (CSU) der bayerische Regierungschef zu Wort käme. Schließlich sind beide längst im Wahlkampfmodus für die Bundestagswahl in einem Jahr. Laschet will unbedingt Kanzler werden und Söder will eigentlich auch, obwohl er sich im Moment noch vornehm zurückhält. Lediglich Bundeskanzlerin Angela Merkel ("wir sind noch nicht soweit, wie wir gerne gekommen wären durch die Kontaktbeschränkungen") wollte vor der Beratung am Mittwoch nichts sagen. Wenn vor den Video-Beratungen immer schon alles klar ist, kann man darauf künftig eigentlich verzichten. Vor allem auch auf den Streit während und nach den Schalten im Kanzleramt.
Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Deutschland auf einen längeren und verschärften Teil-Lockdown einstellen. Die Rede ist vom 20. Dezember. Merkel hatte bereits bei den Beratungen vergangene Woche auf einen strengeren Kurs gepocht - allerdings vergeblich. Der November-Lockdown hat zwar Wirkung gezeigt. Die Infektionszahlen haben sich stabilisiert, aber die Krankenhäuser laufen voll und die Todeszahlen steigen. Gegen den Trend in anderen Regionen sind die Verhältnisse im Vogtland nach wie vor stabil und entspannt. In den Krankenhäusern gibt es noch ausreichend freie Intensivbetten. Der Beschlussvorschlag der Länder, der unter Berliner Journalisten bereits kursiert, sieht vor, dass an privaten Zusammenkünften bis 17. Januar maximal noch fünf Menschen aus zwei Haushalten teilnehmen können. Ausnahmen sind die Weihnachtsfeiertage (21. bis 27. Dezember). Da dürfen es auch Angehörige von mehr als zwei Haushalten sein. Unklar ist noch, wie es in den Schulen weitergeht. Wichtig wäre auch mehr Planungssicherheit. Die Leute wollen wissen, welche Maßnahmen in den nächsten vier bis sechs Wochen gelten. Wilfried Hub