Ich bin der Meinung, dass...

… es bei der Corona-Pandemie absolut keinen Grund zur Entwarnung gibt. Mit 21.866 Neuinfektionen sind die Fallzahlen nach wie vor sehr hoch und die Lage in den Krankenhäusern wird kritischer. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu der Einschätzung kommt, dass er zwar besorgt sei, sich das Infektionsgeschehen aber "deutlich reduziert" habe, was "ermutigend" sei, ist mir rätselhaft. Wir dürfen uns nichts vormachen: Der Kampf gegen die Pandemie ist noch lange nicht gewonnen. Die Einschränkungen, die vor zehn Tagen vom Bund und den Ländern beschlossen wurden, werden bleiben. Es nützt nichts, die Sache schön zu reden. Corona wird uns noch den ganzen Winter beschäftigen und das Leben in Deutschland prägen. Auch an Weihnachten. Es gibt zwar die positiven Botschaften zur Entwicklung von Impfstoffen. Aber das wird uns in den Wintermonaten kaum helfen. Die für Anfang nächste Woche angekündigte Zwischenbilanz der Bundeskanzlerin und der Länderchefs zu den seit November geltenden verschärften Regeln, könnte verheerend ausfallen. Erste Stimmen werden laut, die fordern, nicht noch Tage zu warten, sondern schnellstens gegenzusteuern. Doch es gibt nicht mehr viel, was noch geschlossen werden könnte.


Die Grundschulen sollten auf alle Fälle offengehalten werden. Für die anderen Klassenstufen wird man neue Lösungen finden müssen. Eine weitere Möglichkeit ist, alle Läden zu schließen und nur noch die Lebensmittelgeschäfte zu öffnen. Das Einhalten der Maßnahmen sollte besser kontrolliert werden. Das sind die Themen, mit denen sich die Bund-Länder-Runde kommende Woche beschäftigen wird. Warten wir die Verkündigung neuer Hiobsbotschaften ab. Besser als die Infektionszahlen spiegelt die Lage in den Kliniken die aktuelle Situation wider. Unser Gesundheitssystem ist nach wie vor stabil und es gibt keinen Grund zur Panik. Doch die Zahl der freien Betten nimmt von Tag zu Tag ab. Bei weiter hohen Fallzahlen rechnet Spahn damit, dass noch im November mehr als 6000 Intensivpatienten behandelt werden müssen. Dann, so der Minister, sollten alle Kräfte in den Krankenhäusern zusammengezogen werden. Es müssten wieder Operationen verschoben werden, damit Personal aus dem OP-Saal auf den Intensivstationen mithelfen könnte. Im Vogtland befinden sich aktuell zwölf Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, sechs davon werden beatmet. Wilfried Hub