Ich bin der Meinung, dass

… man bei so mancher öffentlicher Ehrung Zweifel haben kann, ob die oder der Geehrte die Auszeichnung auch tatsächlich verdient haben. Manche finden es übertrieben, weil die Person, die die Ehrung bekommt, gar nichts Besonderes geleistet hat - außer vielleicht ihre Arbeit, für die sie bezahlt wird. Einige sind der Meinung, dass jemand anderes die Ehrung viel mehr verdient hätte und deshalb endlich dran sei. Über jeden Zweifel erhaben ist die Plauenerin Ruth Müller-Landauer, die in dieser Woche vom Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in Dresden den Verdienstorden des Freistaates erhält, die höchste Auszeichnung, die unser Land für besondere Verdienste zu vergeben hat. Jeder in Plauen kennt die ewig junge 91 Jahre alte Tanzlehrerin, die sich seit Jahrzehnten für unsere Stadt und ihre Menschen engagiert. Kinder und Behinderte liegen ihr besonders am Herzen. Ihnen bringt sie bis heute das Tanzen bei oder ermöglicht ihnen passende Bewegungsangebote. Einst stand sie selbst als junge Tänzerin, Soubrette und Schauspielerin auf der Bühne, später gab sie als Tanzpädagogin jungen Leuten das Rüstzeug fürs Theater mit auf den Weg. Mit ihren Tanzgruppen tritt sie bei Plauener Festen und anderen regionalen Höhepunkten auf. Die Liste ihrer Aktivitäten, von denen sie vielen bis heute regelmäßig nachgeht, ist sehr lang. Sie hat viel erlebt - Lustiges und Schönes, aber auch Düsteres und Dramatisches. Der Journalist Markus Schneider hat ihre Erinnerungen in einem Buch aufgeschrieben, das erst kürzlich erschienen ist. Es heißt wie die Tanzgruppe, die die Plauener Ehrenbürgerin 1990 gegründet hat: Vergissmeinnicht. Unvergessen auch ihre Auftritte als Traditionsfigur der Neideiteln. Wenn jemand diese hohe Ehrung des Freistaates verdient hat, dann Frau Müller-Landauer. Herzlichen Glückwunsch, liebe Ruth! Wilfried Hub