Ich bin der Meinung, dass...

... die bundesweit uneinheitlichen Regeln für Reisen aus deutschen Risikogebieten falsche Signale sind, um die Pandemie einzudämmen. Der innerdeutsche "Flickenteppich" verwirrt alle. Derzeit weiß keiner mehr, wohin man nicht mehr reisen darf und was passiert, wenn man es doch tut. Und morgen kann schon wieder alles ganz anders sein. Bislang haben wir auch bei Corona mit unserem Föderalismus gute Erfahrungen gemacht. Bei bundesweit gleichen Regeln war jedes Bundesland dennoch in der Lage, individuell auf das regionale Infektionsgeschehen zu reagieren. Doch langsam werden die Zustände chaotisch. Das ist ein Rückfall in die Kleinstaaterei, der für Verunsicherung sorgt und die Akzeptanz der Corona-Regeln gefährdet. Jedes Land macht, was es will. Kein Wunder, dass auch viele Menschen dieser Devise folgen und sich nicht mehr an die Beschränkungen halten. Quarantäne für Reisende aus Berlin-Neukölln oder Hamm in Schleswig-Holstein, freie Fahrt dagegen im Nachbarland Niedersachsen. Für innerdeutsche Reisen muss es schleunigst bundesweit einheitliche Regelungen geben, die in allen Bundesländern gelten.
Mit diesem "Lockdown light" soll ein zweiter echter Lockdown verhindert werden. Den könnte Deutschland möglicherweise weder wirtschaftlich noch politisch überstehen. Doch ein solcher Flickenteppich ist praktisch nicht umsetzbar oder gar kontrollierbar. Wie soll das funktionieren, wenn beispielsweise ein Stadtteil in einer deutschen Großstadt Risikogebiet ist, der Nachbarstadtteil aber nicht? Hier ist man weit übers Ziel hinausgeschossen. In Sachsen und im Vogtland ist die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Es gelten keinerlei Einschränkungen für innerdeutsche Reisende. Es gibt keine Einreiseverbote und keine Quarantänepflicht. Im Vogtland wurden wegen deutlich gesunkener Neuinfektionen sogar die verschärften Regeln wieder aufgehoben. Es gibt kein Besuchsverbot mehr in Kliniken, Kur- und Seniorenheimen in Markneukirchen, Bad Elster und Adorf. Im gesamten Vogtland müssen in Restaurants keine Kontaktdaten mehr hinterlassen werden. Da aber keiner weiß, wie das alles weitergeht und auch keiner an seinem Urlaubsort festsitzen möchte, kann man nur empfehlen, in den Herbstferien lieber nicht zu verreisen und die freie Zeit möglichst zu Hause zu verbringen. Wilfried Hub