Ich bin der Meinung, dass...

 ...das Informations- und Dokumentationszentrum zur Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 nicht an der Melanchthonstraße entstehen sollte. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Der geplante Neubau ist zu klein. Der vorgesehene Ausstellungsraum, in dem das zum Wasserwerfer umgebaute Löschfahrzeug gezeigt werden soll, wird der Rolle Plauens zur Wende nicht gerecht. Meiner Ansicht nach sind die Räume im ehemaligen Brandschutzamt dafür viel besser geeignet. Dort wäre nach einem Umbau ausreichend Platz für eine wissenschaftliche Dokumentation der Friedlichen Revolution, die am 7. Oktober 1989 in Plauen begann. Eine Dokumentation, die sowohl eine digitale als auch eine pädagogisch-didaktische Komponente haben sollte, könnte weit über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Ausstellung im Museum Mödlareuth würde sehr gut ergänzt. Roland Jahn, der Leiter der Stasiunterlagenbehörde, hat für ein Informations- und Dokumentationszentrum zur Friedlichen Revolution in Plauen seine Unterstützung zugesagt. Grundsätzlich sollte, bevor irgendetwas neu gebaut wird, immer erst geprüft werden, ob vielleicht vorhandene Gebäude für die Nutzung geeignet sind. Das Brandschutzamt steht leer. Die Tourist-Information kann im Rathaus bleiben.
Plauen darf sich bei diesem Thema nicht klein machen. Neben der weltbekannten Plauener Spitze und dem Karikaturisten Erich Ohser/e.o.plauen ist die herausragende Rolle Plauens im Wendeherbst das dritte Alleinstellungsmerkmal, dessen Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Bei dieser Sache sollten wir groß denken und nicht kleinkariert über die Höhe von möglicherweise anfallenden Personalkosten streiten. Es besteht die historische Chance, dafür zu sorgen, dass die Stadt Plauen in der deutschen Geschichte den Platz bekommt, der ihr zusteht. Das ist mit einem ausgestellten Feuerwehrauto und ein paar Informationen auf Roll-ups wohl kaum möglich. Wenn wir uns künftig vor unseren Gästen und den Generationen, die nach uns kommen, nicht blamieren wollen, müssen wir Plauen zu einem wichtigen Erinnerungsort der Wendezeit entwickeln. Kaum eine andere Stadt hat mehr zu diesem Thema zu sagen als unsere. Plauen war nun mal die erste Stadt in der DDR, in der die Bürger auf die Straße gingen. Das Informationszentrum- und Dokumentationszentrum muss diesem Anspruch gerecht werden. In einem kleinen Neubau an der Melanchthonstraße geht das nicht. Wilfried Hub