Ich bin der Meinung, dass...

...… es wenig bringt, jetzt darüber zu diskutieren, ob die zweite Welle kommt, schon da ist oder überhaupt nicht zu erwarten ist. Die Erfahrungen der letzten Monate belegen, dass es ohnehin kein einheitliches Infektionsgeschehen gibt. Manche Städte entwickeln sich quasi über Nacht zu Corona-Hotspots, in anderen gibt es seit Wochen überhaupt keine neuen Fälle. Doch wer hätte gedacht, dass sich ausgerechnet das beschauliche und nicht sehr dicht besiedelte Obere Vogtland zu einem Hotspot entwickeln könnte. Keiner weiß, wie es dazu kommen konnte, doch der Ausbruch ist besorgniserregend. 88 Corona-Fälle gab es bis Montag und ständig kommen neue hinzu. Dutzende an manchen Tagen. Das Gesundheitsamt spricht von "hoher Dynamik". Landrat Rolf Keil ist verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Pandemie zu stoppen. Die Anzahl von Personen bei öffentlichen und privaten Feiern wird begrenzt. Besonders hart trifft es Reha-Kliniken, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, für die ein Besuchsverbot erlassen wurde. Schlimm für die Pflegebedürftigen und Kranken, die sich allein gelassen fühlen. Die Angehörigen können ihren Verwandten nur am Telefon Trost spenden. Es sollten Hygienekonzepte entwickelt werden, die Besuche wenigstens ab und zu ermöglichen.


Im ganzen Land steigen die Infektionszahlen und man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass im Herbst und Winter, wenn wir uns wieder in geschlossenen Räumen aufhalten, die Zahlen weiter nach oben gehen. In Berlin hört man wieder die Sätze, die im Frühjahr so fatal falsch gewesen waren. Gesundheitsminister Jens Spahn sieht "Deutschland gut gerüstet im Kampf gegen Corona". Dieses Mal könnte er aber sogar recht haben, denn das Land ist in einer anderen Situation als noch im März. Es gibt mehr Testkapazitäten und Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Und wir wissen wie es gelungen ist, dass Deutschland so relativ gut durch die erste Welle kam. Nämlich durch das disziplinierte Einhalten der Regeln durch die Bevölkerung. Abstand, Hygiene und Alltagsmasken sollten auch in den nächsten Monaten die wirksamsten Maßnahmen sein. Wir haben gelernt, mit dem Risiko umzugehen. Von den meisten anderen Vorschlägen, die derzeit kursieren, halte ich wenig. Eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ist überflüssig, da sich die Menschen im Freien aufhalten und sich die Pflicht kaum durchsetzen lässt. Wichtiger ist, dass dort die Abstände eingehalten werden. Wilfried Hub