Ich bin der Meinung, dass...

… der Kreisparteitag der vogtländischen CDU am Samstag in Markneukirchen erfrischend anders war als die meisten Parteitage. Es wurde lebhaft und kontrovers diskutiert und auch die Wahlen gingen nicht ganz so glatt über die Bühne wie üblich. Sören Voigt wurde mit großer Mehrheit erneut zum Kreisvorsitzenden gewählt und auch Yvonne Magwas als Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2021 nominiert. Aber nicht ohne Kritik und gehörigen Gegenwind. Sie erhielt 73,2 Prozent der Stimmen, also ein gutes, aber doch auch irgendwie bescheidenes Ergebnis. Dass ihr von 112 Stimmen 30 fehlten, kann nicht nur daran gelegen haben, dass ein Gegenkandidat antrat. Der 17-jährige Gymnasiast David Drechsel aus Muldenhammer holte die 30 Stimmen, erzielte ein achtbares Ergebnis. Yvonne Magwas dankte zwar artig "für das gute Ergebnis und das Vertrauen der Mitglieder". Nachdenklich wird sie das Votum aber schon machen. Nach ihrer Bewerbungsrede gab es Kritik, die Magwas mit Hinweisen auf ihre Erfolge zurückwies. Eine Abfuhr gab's auch bei den Vorstandswahlen. Sie hatte als Stellvertreterin kandidiert und fiel bei den Delegierten durch.
Yvonne Magwas steht in der CDU für eine Politik der Mitte und den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die meisten Mitglieder der CDU-Vogtland vertreten eher konservative Positionen. Nach wie vor steht vor allem Merkels Flüchtlingspolitik in der Kritik. Magwas steht bei diesem Thema hinter der Kanzlerin. Das kommt bei der CDU-Basis im Vogtland nicht überall gut an. Insbesondere der Stadtverband Plauen will von einer "Sozialdemokratisierung" der CDU nichts wissen. Die Plauener hoffen bei den Vorstandswahlen beim CDU-Bundesparteitag im Dezember auf einen Vorsitzenden, der die Partei wieder auf einen konservativen Kurs bringt. Kandidat Friedrich Merz ist der Favorit. Ein wenig Einfluss werden sie auf die Wahl sogar haben. Jörg Schmidt, der Fraktionsvorsitzende im Plauener Stadtrat, wurde am Samstag zum Delegierten des Bundesparteitages in Stuttgart bestimmt. Nicht vergessen scheint auch der Brief von Yvonne Magwas an alle vogtländischen CDU-Mitglieder 2019 im Landtagswahlkampf. Sie hatte darin den damaligen Direktkandidaten Frank Heidan massiv kritisiert. Könnte sein, dass ihn das den erneuen Einzug in den Landtag gekostet hat. Magwas hatte Heidan attackiert, weil dieser Hans-Georg Maaßen, den umstrittenen Ex-Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, zu einer Veranstaltung im Landtagswahlkampf nach Plauen eingeladen hatte. Wilfried Hub