Ich bin der Meinung, dass...

… es für die wirtschaftliche Entwicklung Plauens gut ist, dass sich zwischen Oberlosa und der A72 trotz des Rechtsstreits zwischen der Stadt und der Bürgerinitiative Dorfgemeinschaft Oberlosa (DGO) jetzt doch etwas tut. Schon nächsten Sommer will der Hofer Mercedes-Händler Alexander Müller im Dreieck zwischen Autobahn und Obermarxgrüner Straße mit dem Bau eines Autohauses beginnen, in dem bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen sollen. Der Stadtbau- und Umweltausschuss hat Müllers Vorhaben einstimmig genehmigt.

Die Zustimmung des Stadtrates gilt als sicher. Wie geht das, obwohl über die Normenkontrollklage der DGO, die den Bebauungsplan für die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes Oberlosa zu Fall bringen will, noch nicht entschieden ist? Ganz einfach: Die Stadt hat das 48.000 Quadratmeter große Müller-Areal vorsorglich aus dem umstrittenen Bebauungsplan herausgenommen. Es heißt jetzt "Automobil- und Dienstleistungszentrum Müller, Plauen-Oberlosa". 20 Millionen Euro Jahresumsatz will Müller künftig am Standort Plauen machen. Der Unternehmer berichtet von gutem Einvernehmen mit dem Ortschaftsrat und den Bürgern von Oberlosa. Anders als Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der sich mit der Bürgerinitiative total überworfen hat. Aber das ist ein anderes Thema.
Die Stadträte staunten am Montag nicht schlecht, als der Hofer Unternehmer vorstellte, was er in Oberlosa alles vorhat. Nicht nur städtebaulich soll ein Highlight gesetzt werden. Was übrigens gar nicht so einfach ist, da auf dem Gelände ein Höhenunterschied von 16 Metern überwunden werden muss. So wird das Reifenlager zum Beispiel weitgehend in die Erde gebaut. Neben dem klassischen Verkauf und der Wartung von Kraftfahrzeugen, will Müller Plauen vor allem zu einem Zentrum der Vermietung von Nutzfahrzeugen machen. Diesen Trend auf dem "wahnsinnigen Veränderungen" unterliegenden Kfz-Markt hat er früh erkannt. Er ist beim Thema Miet-Lkw in Hof bereits sehr erfolgreich. Alexander Müller, der mit seinem Unternehmen und den fast 500 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 220 Millionen Euro einfährt, ist zumindest für die Stadträte der Plauener CDU-Fraktion kein Unbekannter. Sie sind alljährlich Gäste des Neujahrsempfangs der Hofer CSU, der traditionell in Müllers Mercedes- Autohaus an der Hofer Ernst-Reuter-Straße über die Bühne geht. Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder war dort bislang regelmäßig zu Gast. Wilfried Hub
www.vogtland-anzeiger.de