Ich bin der Meinung, dass...

… es richtig ist, zum Start der Fußball-Bundesliga beim Spiel von RB Leipzig gegen Mainz am 20. September wieder eine gewisse Anzahl von Zuschauern zuzulassen. Aber das muss Folgen haben. Für andere Fußballvereine, für andere Sportarten, die viel mehr auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind als die Bundesliga, und auf andere Bereiche. Es darf nicht wieder eine Extrawurst nur für den Fußball geben. Wenn das lokale Infektionsgeschehen es zulässt und ein ordentliches Hygienekonzepte vorgelegt wird, kann und muss es auch wieder Begegnungen im Basketball, im Handball und in anderen Sportarten geben. Auch große Konzerte, Festivals und andere kulturelle Großevents sollten wieder möglich werden. RB Leipzig und die 8400 Fans, die aber Dauerkarteninhaber und aus Sachsen sein müssen, könnten die erst am 27. August von der Bund-Länder-Konferenz beschlossenen Beschränkungen zu Fall bringen. Diese hatte davon abgeraten, mit Fans zu planen und wollte bis Ende Oktober durch eine Arbeitsgruppe mögliche Lockerungen prüfen lassen. Die Beschlüsse der Konferenz mit der Kanzlerin sind aber für die Länder und vor allem die lokalen Gesundheitsämter nicht bindend.
Im Moment gehen Sachsen mit seinen derzeit sehr wenigen Corona-Infektionen und der RB Leipzig voran. Die Staatsregierung und Ministerpräsident Michael Kretschmer unterstützen das Vorhaben. Weitere Vereine und Bundesländer werden folgen. Warum auch nicht? Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, sollte das kein Problem sein. Wichtig ist, dass die neuen Möglichkeiten von der Mehrheit der Profiklubs unterstützt werden. Das ist noch offen. Andere Vereine warnen durchaus berechtigt vor Wettbewerbsverzerrungen. Es ist eben schon ein Unterschied, ob ein Verein 10.000 oder 15.000 Zuschauer im Stadion hat und andere Klubs nur 500. Wettbewerbsgleichheit ist dann nicht mehr gegeben. Hier wird die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine gemeinsame Lösung finden müssen. Ein föderativer Flickenteppich im Fußball wäre jedenfalls unglücklich. Viel Zündstoff für die DFL-Versammlung am Donnerstag (03.09.). Da neben den Sachsen auch zahlreiche andere Vereine intensiv eine Zuschauer-Rückkehr planen, scheint ein Drängen der 36 Profiklubs auf ein Ende der Geisterspiele trotz Pandemie unausweichlich. Bekannt sind bereits Vorhaben von Eintracht Frankfurt, dem VfL Wolfsburg, Hertha BSC, Union Berlin und dem VfL Osnabrück. Wilfried Hub