Ich bin der Meinung, dass...

… die Menschen in der Coronakrise endlich ein paar positive Signale für die Zukunft brauchen. Die gibt es nämlich auch. Aber im Moment stehen die negativen und bedrohlichen Nachrichten rund um Corona weiter im Vordergrund. Manche verbreiten sogar Panik. Wenn wir den Fernseher anschalten: Corona. Wenn wir die Zeitung aufschlagen: Corona. Wenn wir einkaufen gehen: Corona. Überall sagt man uns, was wir nicht dürfen und welche Strafen wir zu erwarten haben, wenn wir dies oder das nicht beachten. Politiker fordern täglich stärkere Kontrollen und härtere Strafen. Langsam nervt's. Kein Wunder, dass die Leute zunehmend gereizt reagieren. Ich meine jetzt nicht die unverbesserlichen Maskenverweigerer, die Corona leugnen und Konflikte mit Ordnungskräften nur zu gerne provozieren. Die Rede ist von ganz normalen Mitmenschen, die, wenn sie mal die Maske vergessen haben, nicht gleich wie Schwerverbrecher behandelt werden wollen. Da wird jeder zickig. Vielleicht müssten die Kontrolleure besser geschult werden. Manche ihrer Ansagen sind frech und unverschämt. Auch das ist manchmal nachvollziehbar, aber von Ordnungskräften erwarte ich einfach mehr Gelassenheit und Einfühlungsvermögen. Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Wir müssen uns um einen ordentlichen und freundlichen Umgang miteinander bemühen. Wie soll das erst im Herbst und Winter werden, wenn wir uns jetzt schon fast an die Gurgel gehen. Die Bahn zum Beispiel versucht auf Strafen ganz zu verzichten und kommt mit freundlichen Hinweisen meistens auch ans Ziel.
Ja, die Infektionszahlen sind wieder gestiegen und können weiter steigen. Wir wissen es, Herr Spahn! Aber ist es nicht eine gute Nachricht, dass die große Mehrheit der Leute mit den Beschränkungen einverstanden ist? Ist es nicht ein toller Erfolg, dass von wenigen Ausnahmen abgesehen, das Infektionsgeschehen an den Schulen ruhig ist? Ist es nicht auch gut, dass trotz Corona überall wieder kulturelle Veranstaltungen stattfinden? Auch bei uns gibt es wieder gut besuchte Ausstellungen und Konzerte. Natürlich mit Hygienekonzepten und in Absprache mit den Gesundheitsämtern. Es könnte vermutlich noch mehr geben, wenn sich die Veranstalter trauen würden. Und schließlich ist es doch eine gute Nachricht, dass die Zahl der Todesfälle mit Corona trotz gestiegener Infektionen stagniert. Wir müssen mit Corona leben, aber wir müssen keine so große Angst mehr haben. Wir müssen weiter vorsichtig und diszipliniert sein. Aber keine Panik bitte. Vielleicht sollten wir das Ferienende abwarten. Da von Reiserückkehrern eine gewisse Gefahr ausgehen soll, müssten sich die Fallzahlen dann deutlich verbessern. Übrigens hat sich Berlin trotz Demo ohne Masken und Mindestabstand nicht zum Corona-Hotspot entwickelt. Das macht mich nachdenklich. Man kann uns nicht alles verbieten. Auch in Coronazeiten muss das Leben noch lebenswert sein. Wilfried Hub