Ich bin der Meinung, dass...

… die Vorschläge und Ideen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zur Rettung von kleinen Geschäften in den Innenstädten als eher weltfremd einzustufen sind. Eine wirksame Hilfe für die Läden, von denen viele kurz vor der Insolvenz stehen, sind sie jedenfalls nicht. Die schlechte Nachricht vorneweg: An eine finanzielle Unterstützung, die so dringend gebraucht würde, denkt er dabei nicht. Er setzt auf Digitalisierung und attraktivere Innenstädte, um das Geschäft in Schwung zu bringen. Sein Statement dazu ist unmissverständlich: "Jetzt kommt es weniger darauf an, immer neues Geld zu verteilen, sondern darauf, die Attraktivität der Innenstädte zu stärken." Seine Überlegungen sind nur schwer nachvollziehbar. Wie Digitalisierung und online einkaufen das Shoppen und Verweilen für Kunden in den Stadtzentren attraktiver machen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Natürlich ist es sinnvoll, wenn Geschäftsinhaber ihre Kundenbeziehungen digitalisieren, damit Waren auch online verkauft werden können. Aber der Minister sollte wissen, dass der Online-Verkauf zwar eine feine Sache ist, aber dass man erst mal richtig Geld in die Hand nehmen muss, um einen guten Online-Shop einzurichten. Aber dafür fehlen den kleinen Geschäften meistens die Umsätze. Dazu kommt, dass mancher "Einzelkämpfer" im Handel damit überfordert ist und für die technische Einrichtung einen Fachmann braucht. Ohne finanzielle Zuschüsse werden Einzelhändler und Gastronomen wohl kaum in der Lage sein, die notwendigen Maßnahmen zu bezahlen, um die wirtschaftlichen Chancen auch nutzen zu können. Wenigstens hier sollte die Bundesregierung bereit sein, gemeinsam mit Kommunen und Ländern zu helfen. Minister Altmaier redet, wie er das ja gerne tut, die schwierige Situation von Handel und Gastronomie schön. Verbandsvertreter gehen davon aus, dass die Coronakrise dem Handel abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bringen wird. Dies könnte im schlimmsten Fall rund 50.000 Geschäften die Existenz kosten. Wilfried Hub