Ich bin der Meinung, dass...

.. es schwerfällt, ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres über Weihnachten und die dazugehörigen Märkte nachzudenken. Zumal wir wegen Corona noch nicht sicher sein können, ob die Weihnachtsmärkte überhaupt stattfinden können. Wir müssen auf alles vorbereitet sein. Kultus- und Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) ist dafür, weil Weihnachtsmärkte "ein bedeutendes Kulturgut, Tourismusmagnete und ein Wirtschaftsfaktor" sind. Auch in Corona-Zeiten sind sie eigentlich unverzichtbar. Aber die Ministerin und die Kommunen, die die Märkte ausrichten, dürfen den Leuten nichts vormachen. Es wird in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte geben wie wir sie kennen. Schließlich finden sie unter Corona-Bedingungen statt. Es muss sichergestellt sein, dass die bekannten Abstände von 1,50 bis 2 Meter überall eingehalten werden. Sonst kommt noch jemand auf die Idee, dass beim Glühwein trinken mit Freunden und Kollegen Masken getragen werden sollen. Kaum vorstellbar, dass dabei ein heimeliges Gefühl und vorweihnachtliche Stimmung aufkommen kann.
Da es kein Gedränge geben darf, müssen die Buden und Geschäfte auf den Märkten weit auseinander stehen. Bei kleineren Events in den Landgemeinden könnte das gehen, aber in größeren Städten eher nicht. Es sei denn, man reduziert das Angebot deutlich. Das wiederum ist den Händlern kaum zuzumuten. Wer soll entscheiden, wem abgesagt wird und wer kommen darf? Nach den starken Umsatzeinbußen wegen fehlender Jahrmärkte im Frühjahr brauchen die Betriebe den Schub zum Jahresende. "Entzerrung" könnte das neue Zauberwort heißen. Die Märkte brauchen mehr Platz. Das könnte die Situation entschärfen. Man sollte darüber nachdenken, nicht nur einen großen Markt auf dem zentralen Platz zu veranstalten, sondern mehrere kleine verteilt in der Innenstadt. Man könnte die Märkte früher, also sofort nach Totensonntag, starten und bis ins neue Jahr laufen zu lassen. Der große Besucherandrang würde sich dann nicht auf die wenigen Wochenenden im Dezember konzentrieren. Die Weihnachtsmärkte 2020 zu organisieren, wird zur großen Herausforderung für die Städte und Gemeinden. Zumal heute noch keiner weiß, wie das Infektionsgeschehen dann sein wird. Ob wir an Weihnachten zusammen feiern können, hängt auch davon ab, wie diszipliniert wir uns in nächster Zeit an die Corona-Regeln halten. Wilfried Hub