Ich bin der Meinung, dass...

… Lehrern, Eltern und Schülern schwierige Wochen bevorstehen. Und übrigens auch den Hausmeistern, die eine wichtige Rolle in den Hygienekonzepten der einzelnen Schulen spielen. Im neuen Schuljahr soll es trotz der Corona-Pandemie viel Normalität für Lehrer und Schüler geben. Bereits am kommenden Montag beginnt in Mecklenburg-Vorpommern das neue Schuljahr, weitere Bundesländer folgen in Kürze. Sachsen startet am 31. August. Die Kultusminister fordern Regelbetrieb, doch Lehrer- und Elternverbände befürchten Chaos. Aber es nützt nichts: Nach vier Monaten ohne richtige Schule, müssen die Kinder wieder im Regelbetrieb so geordnet wie möglich unterrichtet werden. Ohne ausreichend Unterricht über einen längeren Zeitraum drohten Kindern enorme Folgeprobleme bei der körperlichen und psychische Entwicklung. Im Sinne der Kinder muss der Anspruch sein, einen weitestgehenden Regelbetrieb an den Schulen zu sichern. Das geht aber nur bei einer guten Vorbereitung und viel Mut zu Kreativität. Im Gegensatz zu den Lehrerverbänden sehen die Kultusminister die Schulen gut gerüstet. Die Konzepte der einzelnen Bundesländer unterscheiden sich jedoch teils deutlich. Das prophezeite "große Durcheinander" muss vermieden werden, und es soll keine erneuten Schulschließungen geben.
Lehrer und Schüler müssen sich daran gewöhnen, mit in einem mulmigen Gefühl zur Schule zu gehen. Auf Abstandsregeln und das Tragen von Alltagsmasken soll im Unterricht möglichst verzichtet werden. Das heißt, dass das Lernen möglichst in festen Gruppen ablaufen muss und sich Schüler möglichst wenig mischen. Die Klassen müssen sich immer im selben Raum aufhalten. Auf dem Schulgelände wird in manchen Ländern eine Maskenpflicht gelten. In Sachsen sollen die Schulen selbst entscheiden, wie sie mit ihren eigenen Konzepten einen sicheren Regelbetrieb umsetzen. Kultusminister Christian Piwarz hat angekündigt, dass die Schüler wie gewohnt in ihren Klassen nach geltenden Stundentafeln und Lehrplänen unterrichtet werden sollen. Der Mindestabstand von 1,50 Metern gilt nicht mehr. Die Schulleitungen sollen festlegen, wann und wo eine Maske zu tragen ist. Um Infektionsketten nachvollziehen zu können, wird dokumentiert, wer in der Schule war. Das größte Risiko sind die Lehrer, die in mehreren Klassen unterrichten und das Virus von Klassenzimmer zu Klassenzimmer tragen könnten. Deshalb muss gewährleistet sein, dass die Lehrer regelmäßig auf Corona getestet werden. Falls es ohne Abstandsregeln doch nicht geht, müssen entsprechend große Räume genutzt werden. Zum Beispiel Turnhallen oder Schulaulen. Das Tragen von Masken im Unterricht kann nicht ausgeschlossen werden. Auch Fernunterricht kann es wieder geben. Wir dürfen uns nichts vormachen: Ideale Unterrichtsbedingungen wird es noch lange nicht geben. Schülern, Lehrern und Eltern wird eine Menge abverlangt. Wilfried Hub
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