Ich bin der Meinung, dass...

… Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) genau zum richtigen Zeitpunkt bekanntgegeben hat, dass der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit verlängert werden soll. Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen ist das ein gutes Signal. Das beruhigt viele Arbeitnehmer, die befürchteten, bei einem baldigen Ende der Kurzarbeit arbeitslos zu werden. Für die Unternehmen bedeutet es mehr Planungssicherheit. Die Kurzarbeit hat einen größeren Umfang angenommen als ursprünglich gedacht. Noch im März war Heil davon ausgegangen, dass die Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit (BA) von 26 Milliarden Euro ausreichen. Zuletzt waren mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Die Krise sei so tiefgreifend, so Heil, "dass wir in diesem Jahr wahrscheinlich auch auf Liquiditätshilfen aus dem Bundeshaushalt angewiesen sein werden." Die Rede ist von einem Zuschuss von vier Milliarden Euro. Die Kurzarbeit kostet viel Geld. Massenarbeitslosigkeit wäre jedoch für Staat und Gesellschaft noch viel teurer. Der Minister kündigte an, dass für Arbeitnehmer, die länger in Kurzarbeit sind, Anreize geschaffen werden sollen, damit die Zeit sinnvoll mit Weiterbildung genutzt werden kann. In der ersten Phase des konjunkturellen Einbruchs ging das nicht, weil Weiterbildung aus Gründen des Infektionsschutzes nicht angeboten werden konnte. Die BA rechnet mit einer längeren Erholungsphase des Arbeitsmarktes. "Bis wir wieder auf Normalmaß sind, das wird sicherlich bis 2022 oder 2023 dauern", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele vor einigen Tagen. Anfang des Monats waren 2,85 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 637.000 mehr als vor einem Jahr. Außerdem ist die Zahl der Hartz-IV-Empfänger gestiegen. Im Juni waren 4,076 Millionen Menschen auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Das waren 152.000 Personen mehr als im Juni 2019. Wilfried Hub