Ich bin der Meinung, dass..

... die Vorwürfe gegenüber der Plauener Stadtverwaltung wegen der nicht notwendig gewordenen Bombenentschärfung und der abgeblasenen Evakuierung unfair und unsachlich sind. Hier passt der Spruch "hinterher ist man immer schlauer" wirklich wie die Faust aufs Auge. Die Verantwortlichen hatten gar keine andere Wahl, als auch vom Schlimmsten auszugehen. Mit Ignoranz gegenüber Bürgerbelangen und fehlender Bürgerfreundlichkeit hat das nun wirklich gar nichts zu tun. Wenn Gefahr im Verzug sein könnte, kann die Stadt wohl kaum eine Volksbefragung durchführen, um zu erfahren, wie es die Bürger denn gerne hätten. Nachdem der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) Alarm gegeben hatte, mussten Stadt, Polizei und Feuerwehr handeln. Die Evakuierung musste vorbereitet werden. Das geschah sehr professionell. Die Bevölkerung war zu jedem Zeitpunkt gut informiert. Das gilt auch für die rasche Entwarnung am Freitagnachmittag, als klar wurde, dass keine Bomben, sondern lediglich irgendwelche Metallgegenstände in der Erde schlummerten. Die Erleichterung war groß. Aber seltsamerweise gab es auch Kritik. Als ob es besser gewesen wäre, man hätte Bomben gefunden, die hätten entschärft werden müssen. Ich bin froh, dass uns eine solch riskante Aktion des KMBD erspart blieb. Dass die Plauener Hobbyhistoriker ganz genau wissen, wo sich im Boden Blindgänger befinden, kann ja sein. Es ist aber mehr als fraglich, ob man auf Grundlage solcher Wortmeldungen eine Entschärfung samt Evakuierung durchführen oder abblasen sollte. Ob auch nur einer dieser selbst ernannten Experten bereit gewesen wäre, die Verantwortung für sorgloses Nichtstun zu übernehmen, kann ich mir nicht vorstellen. Natürlich hatte die geplante Evakuierung der Plauener Innenstadt für alle, die im Sperrgebiet wohnen und arbeiten, unangenehme Begleiterscheinungen. Vor allem für einige Geschäftsleute, die Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, waren die Maßnahmen bitter. Aber genau die hatten Verständnis für die Vorbereitungen zur Evakuierung. Alexandra Glied vom Hotel Alexandra und Rico Wagner vom Kaffeehaus Müller bescheinigten der Stadt, das Richtige in der Situation getan zu haben. Wilfried Hub