Ich bin der Meinung, dass...

… Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Corona-Pandemie in Deutschland sehr gut gemanagt hat. So sieht es auch die Mehrheit der Deutschen. In einer Umfrage zum aktuellen ARD Deutschlandtrend geben 71 Prozent an, mit Merkels politischer Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Die Kanzlerin hat in der Corona-Krise damit deutlich an Zustimmung gewinnen können. Bei den Top Ten des neuesten ZDF-Politbarometers, bei dem Sympathie und Leistung der wichtigsten Politikerinnen und Politiker bewertet werden, liegt Angela Merkel seit Wochen auf Platz eins. Die große Mehrheit der Menschen geht davon aus, dass sie auch die deutsche Präsidentschaft im EU-Rat, wo im nächsten halben Jahre enorme Probleme zu bewältigen sind, zum Erfolg führen wird. Abgesehen von der AfD, bescheinigen ihr Politiker aller Parteien eine gute Arbeit. Bei der sogenannten Sonntagsfrage beschert Merkel ihrer Partei lange Zeit nicht da gewesen Sympathiewerte. 40 Prozent würden CDU wählen. Vor einigen Monaten war das noch ganz anders. Da verfestigte sich das Motto "Merkel muss weg" sogar in ihrer eigenen Partei, was letztlich auch zur Aufgabe des Parteivorsitzes führte. Sogar Friedrich Merz, Kandidat für den CDU-Vorsitz, der während der Corona-Krise abgetaucht war, sich mittlerweile aber wieder zu Wort meldet, sagt, dass sie das "sehr gut macht". Es ist noch nicht lange her, da meinte er, sie liefere eine "grottenschlechte" Politik ab.
Aber es nützt nichts: Egal wie beliebt Merkel und die Union derzeit sind, im kommenden Jahr wird die Bundeskanzlerin nach 16 Jahren die politische Bühne verlassen. Im Dezember 2020 wird ein neuer CDU-Vorsitzender gewählt, anschließend der Kanzlerkandidat der Union gekürt. Infrage kommen Markus Söder, der bayerische CSU- Ministerpräsident, NRW-Regierungschef Armin Laschet und Friedrich Merz. Norbert Röttgen hat allenfalls Außenseiterchancen. Die Union muss bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten bedenken, dass der künftige Kanzler, so er denn aus der Union kommt, wahrscheinlich eine schwarz-grüne Koalition zu führen hat. Von allen Regierungsvarianten ist Schwarz-Grün die wahrscheinlichste. Die SPD will sich in der Opposition erneuern. Bei CDU, CSU und den Grünen ist die Frage eigentlich nicht mehr, ob diese Koalition kommt, sondern nur noch mit wem. Laschet und Söder können mit den Grünen ganz gut. Friedrich Merz ist bei der Konstellation eigentlich raus. Glaubte man. Doch Merz ist jetzt auf den Zug aufgesprungen, der längst rollt. Er plädiert in einem Spiegel-Interview überraschenderweise auch für schwarz-grün. Er traue sich zu, in einem solchen Bündnis das Unionsprofil erkennbar zu machen. Doch keiner kann vorhersehen, wie die politische Stimmung zu den Bundestagswahlen 2021 sein wird. Es ist noch nicht lange her, da stand die CDU in Umfragen bei 26 Prozent und in der Partei tobten Richtungskämpfe. Wilfried Hub