Ich bin der Meinung, dass...

... es höchste Zeit ist, im Plauener Rathaus technisch gesehen ins 21. Jahrhundert aufzubrechen. Das von SPD/Grüne/Initiative beantragte Vorhaben, die Sitzungen des Stadtrates künftig live im Internet zu übertragen, ist längst überfällig. Diskutiert wurde darüber schon mehrfach, nach der Sitzung des Ältestenrates in der vergangenen Woche sieht es nun danach aus, als würden endlich Nägel mit Köpfen gemacht. In anderen Städten wie Chemnitz und Zwickau gibt es längst Live-Übertragungen. Es geht dabei weniger um die Disziplinierung der Ratsmitglieder, die ans Mikrofon treten, sondern um ein Stück mehr Demokratie. Den Bürgern wird ermöglicht, die Ratssitzungen zu verfolgen, ohne den für manche beschwerlichen Weg ins Rathaus oder in die Festhalle auf sich nehmen zu müssen. Mehr Transparenz wird geschaffen und mehr Bürgern die Teilhabe an der Kommunalpolitik ermöglicht. Gerade in Coronazeiten ist das eine gute Alternative zur persönlichen Teilnahme. Etliche Bürger, vor allem ältere Leute, gehen kaum aus dem Haus, weil sie Angst haben, sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen mit dem Virus zu infizieren. Die Kosten für die Live-Übertragungen sind überschaubar und der Datenschutz kann leicht eingehalten werden. Es sind nur wenige Menschen, die gefragt werden müssen, ob sie im Livestream gezeigt werden dürfen. Ich glaube nicht, dass dadurch ein Podium für Vielredner geschaffen wird, um sich im Internet zu präsentieren. Die Sitzungen werden auch künftig vom Oberbürgermeister geleitet. Ralf Oberdorfer kann jederzeit einen Stadtrat in die Schranken verweisen, falls nicht zur Sache gesprochen wird oder Argumente mehrfach vorgetragen werden. Der OB handhabt dies auch bislang so, wenn er es für erforderlich hält. Nun bleibt zu hoffen, dass das zukunftsweisende Projekt im Stadtrat mehrheitsfähig ist. Wilfried Hub