Ich bin der Meinung, dass...

... beim Tourismusverband Vogtland (TVV) jetzt nicht jammern und resignieren angesagt sein sollte, sondern Zuversicht. Die Chancen, auswärtige Gäste für die Region zu interessieren, waren selten so günstig wie im Moment. Das hat man beim sächsisch-thüringischen Verband bereits erkannt. Bei der Jahreshauptversammlung des TVV am Mittwoch im Bio-Seehotel in Zeulenroda wurde deutlich, dass die Erwartungen in diesem Jahr zwar eher gedämpft sind, dass sich aber auch neue Perspektiven ergeben könnten. Die gilt es offensiv zu nutzen. "Aufgeben ist keine Option", brachte es Alexandra Glied, die Inhaberin des Plauener Hotels "Alexandra" kämpferisch auf den Punkt. Natürlich hat das Hotel- und Gaststättengewerbe durch Corona große Einbrüche zu verkraften. Die Branche ist besonders stark von der Pandemie betroffen. Viele Betriebe kämpfen ums Überleben. Da hat - von wenigen Ausnahmen abgesehen - kaum einer die finanziellen Möglichkeiten, viel Geld in Werbung zu investieren. Deshalb fällt dem 314 Mitglieder zählenden Verband eine entscheidende Rolle zu. Der TVV steht jetzt vor der großen Herausforderung, die Region nachhaltig zu vermarkten. Das ist schließlich auch seine Hauptaufgabe.
Überall in Deutschland gibt es reisewillige Menschen, die in diesem Sommer keinen Urlaub im Ausland machen wollen, sondern im eigenen Land. Und nicht jeder will an die Ostsee. Viele wissen noch nicht wohin. Hier muss man ansetzen. Die Leute kommen nämlich nur, wenn die Region überall bekannt ist. Da gibt es sicherlich noch Marketing-Reserven. Die Wanderregion Vogtland hat aber genügend Potenzial, um sich gegen andere Urlaubsregionen zu behaupten. Es hat sich vieles zum Positiven entwickelt in der jüngsten Vergangenheit. Der Verband will den Tourismus ankurbeln. Es geht derzeit aber weniger um kostenlose Anzeigen für die Mitglieder im neuen Gastgeberverzeichnis und um vergangene Erfolge wie den "Kulturweg der Vögte". Bei der Werbung muss jetzt geklotzt und nicht gekleckert werden. Den gebeutelten Betrieben in der Region kann nur geholfen werden, wenn ein großer Wurf gelingt. Der aber kostet viel Geld. Dem TVV mit seinem rührigen Geschäftsführer Dr. Andreas Kraus muss es gelingen, für eine groß angelegte Werbekampagne frisches Geld einzusammeln - bei den angeschlossenen Städten und Kreisen, aber auch beim Freistaat und bei der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH. Für solche Projekte sollten Fördermittel zur Verfügung stehen. Wilfried Hub