Ich bin der Meinung, dass...

… der Freistaat Sachsen bei den Corona-Lockerungen sehr mutig vorangeht. Nahezu alle Sperren werden schon am Freitag wieder aufgehoben, früher als in allen anderen Bundesländern. Dort öffnen die meisten bislang geschlossenen Einrichtungen erst am Montag. Die Freiheiten, die den Sachsen zurückgegeben werden, sind so umfangreich wie in keinem anderen Bundesland. Von Restaurants, Gaststätten und Bars über Fahrschulen, Fitnessstudios und Freibädern bis hin zu Kinos, Theatern und Tanzschulen - fast alles wird wieder öffnen, und ohne dass der Freistaat viele konkrete Vorgaben macht. Versammlungen sind möglich, Freizeitparks können öffnen. In Krankenhäusern und Rehakliniken sind Besuche von Verwandten und Bekannten wieder erlaubt. Es gibt nur noch wenige Verbote und überall eigentlich nur zwei Bedingungen. Die Hygienemaßnahmen müssen beachtet und die Abstände eingehalten werden. Ob die sehr liberalen Lockerungen gut oder schlecht sind, lässt sich vorher kaum beurteilen. Erst in zwei bis drei Wochen werden wir wissen, ob und wie sich diese Öffnungsoffensive auf das Infektionsgeschehen in Sachsen auswirkt. Manchen gehen die Lockerungen viel zu weit. Sie befürchten eine zweite Coronawelle, die uns bei der bislang erfolgreichen Bekämpfung der Pandemie um viele Wochen zurückwerfen könnte. Die meisten allerdings freuen sich, dass das öffentliche Leben im Freistaat wieder hochfährt. Die neue sächsische Corona-Schutz-Verordnung, die am Dienstag von der Regierung verabschiedet wurde, belegt das lobenswerte Bemühen der Politik, möglichst wenige Freiheitsrechte der Bürger weiter einzuschränken. Das kann man nur begrüßen. So muss zum Beispiel kein Gast seine Kontaktdaten angeben, um ein Restaurant oder eine Gaststätte zu besuchen. Es gibt keine "Kontaktverfolgungen" in Sachsen. Es werden keine Öffnungszeiten vorgegeben und auch keine Anzahl von Gästen, die maximal bewirtet werden dürfen. Anders als in anderen Bundesländern müssen Gäste keine Maske tragen. Die gastronomischen Betriebe müssen kein Konzept einreichen, um öffnen zu dürfen. Bei Kontrollen müssen sie aber nachweisen, dass die neuen Regeln eingehalten werden. Wilfried Hub