Ich bin der Meinung, dass...

… es gut ist, nach mehrwöchiger Corona-Pause die Plauener Kommunalpolitik in dieser Woche langsam wieder zu starten. Ausschüsse und Stadtrat setzen ihre Arbeit fort. Es müssen wichtige Beschlüsse gefasst und Aufträge für die laufenden und geplanten Projekte vergeben werden. Am Mittwoch tagt der wichtige Verwaltungsausschuss, am Donnerstag trifft sich der Finanzausschuss. Die nächste Beratung des Stadtrats ist für den 5. Mai vorgesehen. Alle Sitzungen finden in den Sälen der Festhalle statt. Dort ist genügend Platz, damit die vorgeschriebenen Abstände zwischen den Ratsmitgliedern und den Besuchern eingehalten werden können. Die Ausschüsse sollen beschließen, für die Erarbeitung eines neuen Corporate Designs Mittel in Höhe von knapp 40.000 Euro aus der Stadtkasse zur Verfügung zu stellen. Mit dem neuen optischen Erscheinungsbild, das zusammen mit Plauener Gestaltern und Werbeagenturen erarbeitet wird, soll vor allem für die Veranstaltungen zum Jubiläum "Plauen900" geworben werden. Wichtigstes kommunalpolitisches Thema ist die Wahl eines Nachfolgers für Bau-Bürgermeister Levente Sárközy, dessen Amtszeit im Sommer endet. Der Verwaltungsausschuss beschäftigt sich am Mittwoch in nicht öffentlicher Sitzung mit den Kandidaten. Die Verwaltung, so hört man, hat aus den Bewerbungen acht ausgewählt, die den Ausschussmitgliedern vorgestellt werden. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 5. Mai.
Beworben hat sich der Amtsinhaber. Zur Wahl steht aber auch Kerstin Wolf, eine seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen. Aktuell ist sie verantwortlich für den Bereich Bau und Umwelt. Sárközy könnte es schwer haben, nach der Wahl von 2013 erneut ins Amt zu kommen. In der jüngsten Vergangenheit hatte er bei mehreren Projekten keine glückliche Hand und stand deshalb massiv in der Kritik. So gab es bei dem Vorhaben, Caravanstellplätze inklusive Toilettenanlage auf dem Neustadtplatz zu errichten, über viele Monate hinweg immer wieder neue Vorlagen und neue Kostenrechnungen. Bis heute ist noch nichts entschieden. Ähnlich verhält es sich mit der geplanten neuen Tourist-Info mit Dok-Zentrum für die Friedliche Revolution. Der von Sárközy favorisierte Neubau an der Melanchthonstraße wurde von Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer gestoppt. Erst soll ein Betreiberkonzept erstellt und dann entschieden werden, an welchem Standort das Zentrum entstehen wird. Im Gespräch ist auch das frühere Brandschutzamt an der Nobelstraße. Mit dem Stadtrat geriet Sárközy mehrfach über Kreuz. Ihm wurde mangelnde Organisationskompetenz vorgeworfen. Er räumte Versäumnisse in der Kommunikation mit den Stadtratsfraktionen ein und versprach Besserung. Kerstin Wolf soll bei der Wahl gute Chancen haben. Sie gilt als kompetent, ist schon lange im Rathaus, hat gute Kontakte und kennt die Stadt aus dem Effeff. Ihr werden Durchsetzungsvermögen und gute Kommunikation bescheinigt. Wilfried Hub