Ich bin der Meinung, dass....

… die ehrenamtlichen Helfer in Vereinen, aber auch die Mitarbeiter in Betrieben, wo derzeit nicht gearbeitet werden kann, manchmal mehr Gespür für aktuelle Probleme haben als die, die offiziell dafür zuständig sind. Während überall darüber diskutiert wird, ob das Tragen von Masken sinnvoll ist oder nicht, vor allem auch von den sogenannten Gesundheitsexperten, sitzen die "Laien" längst an den Nähmaschinen und produzieren einfache Stoffmasken für sich und andere. Da es an Mund- und Nasenmasken überall mangelt, gibt es gar keine andere Möglichkeit. Anleitungen, wie sich jeder eine Maske ganz einfach selbst nähen kann, gibt es im Internet mehr als genug. Die Mediziner, die uns Abend für Abend in den Fernseh-Talkshows raten, wie wir uns in der Krise zu verhalten haben, machen bei diesem Thema leider keinen guten Eindruck. Wir wollen uns auf die Experten und auf das, was sie sagen, verlassen können. Wenn jeder etwas anderes erzählt, verunsichert das die Leute. Experten werden unglaubwürdig, wenn sie beim selben Thema ständig ihre Meinung ändern. Das Robert-Koch-Institut (RKI), das im Auftrag der Bundesregierung arbeitet, schadet der Diskussion langsam mehr als es nützt. Mal sieht RKI-Präsident Lothar Wieler Grund für "vorsichtigen Optimismus", um zwei Tage später zu betonen, dass von einer Trendwende keine Rede sein kann.
Beim Thema Masken hat sich das RKI total vergaloppiert. Zwei Wochen lang hatte sich das Institut gegen das Tragen von Masken ausgesprochen, sogar regelrecht davor gewarnt. Jetzt hat Professor Wieler seine Meinung geändert: Einfache Masken könnten das Risiko verringern, "eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken". Das RKI empfiehlt jetzt das "vorsorgliche Tragen" eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit. Meiner Ansicht nach sollten Masken, zumindest an bestimmten Orten, zur Pflicht gemacht werden. In einigen Städten ist das ab Montag der Fall. Der Mund-Nasen-Schutz hilft nämlich nur, wenn er von allen getragen wird; Verkäuferin und Kunde, Arzt und Patient. Händewaschen und Abstand zu halten, bleiben trotzdem wichtig. Atemschutz ist nötig, wo im Vorbeigehen ein Kontakt mit Menschen stattfindet. Da wird der Mindestabstand von zwei Metern nämlich meistens nicht eingehalten. Um zu wissen, dass Masken helfen können, braucht es kein Medizinstudium. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand. Den Schutz selbst herzustellen, ist besonders vor dem Hintergrund der Knappheit medizinischer Masken eine kluge Idee. Wilfried Hub