Ich bin der Meinung, dass...

… die Vogtländer in diesen Tagen beweisen, dass sie sich auch von einer Coronakrise nicht so leicht unterkriegen lassen. Nachdem wir alle ein paar Tage brauchten, um uns auf die Veränderungen einzustellen, kehrt jetzt ein gewisses öffentliches Leben ganz langsam wieder ein. Wer kümmert sich um die Angehörigen? Wie geht es mit meinem Arbeitsplatz weiter? Wie organisiere ich den Alltag neu? Solche Fragen standen zunächst im Vordergrund. Trotz Krise müssen die Verwaltungen arbeitsfähig bleiben und ihre Aufgaben erfüllen. Die Einhaltung der Einschränkungen musste kommuniziert und organisiert, aber auch Trost gespendet werden. Die Video-Botschaften von Landrat Rolf Keil kamen bei den Leuten gut an. Dass sich die große Mehrheit der Vogtländer an die neuen Regeln hält, liegt auch daran, dass er und die Bürgermeister gegenüber den Leuten den richtigen Ton fanden. Nicht anordnen, sondern erklären, hieß die Devise. Die Krankenhäuser arbeiten mit Hochdruck, um auf die Welle von Infizierten, die noch kommen wird, gut vorbereitet zu sein. Dass nach dem Aufruf des Landrates an Ärzte im Ruhestand zur Unterstützung in der Coronakrise schon 22 pensionierte Ärzte ihre Hilfe angeboten haben, ist ein gutes Zeichen der Solidarität.
Seit Beginn der Krise berichten wir über die vielen privaten Initiativen. Das geht vom Nähen von Atemschutz über Angebote zur Freizeitgestaltung für Kinder im Internet und online Musikunterricht per Skype bis hin zu Angeboten für ältere Menschen, wichtige Besorgungen zu erledigen. In den Rathäusern kehrt nach kurzer Schockstarre langsam wieder normales Arbeiten ein. Die Themen, die vor der Krise wichtig waren, sind wieder da. In Rodewisch läuft das Projekt Busbahnhof neu an. Bürgermeisterin Kerstin Schöniger informierte, dass das 1,4 Millionen Euro teure Projekt 2021 begonnen werde. In Plauen ging der Bescheid des Freistaates über 2,8 Millionen Euro zur Umsetzung des Digitalpakts ein. Bürgermeister Steffen Zenner freute sich über die schnelle Bearbeitung. Da alles gut vorbereitet ist, soll die Ausstattung mit Hardware zügig ausgeschrieben werden. Die Verwaltungen passen sich der neuen Lage an: In einigen Gemeinden, so in Pausa und Ellefeld, finden die Ratssitzungen per Videokonferenz statt. Auch in Netzschkau sind die Besprechungen digital. Derzeit werde das Konzept für die Vermarktung der Göltzschtalbrücke forciert, berichtet Bürgermeister Mike Purfürst. In Falkenstein ist man bei der Sanierung des Rathauses trotz Corona im Plan. In Elsterberg wird wie geplant am 1. April eine neue Zahnarztpraxis eröffnet. Wilfried Hub
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